Hetzschriftenverteilung mittels Ballon
12. November 1955
Hetzschriftenverbreitung mittels Ballons [Information M 24/55]
Am 10.11.1955 – vormittags – wurde seitens des Gegners eine größere Aktion zur Verbreitung von Hetzschriften mittels Ballons gestartet.
Am genannten Tage wurden gegen 11.45 Uhr ca. 300 Ballons nördlich des Ringes um Berlin1 in etwa 2 000 Höhe gesichtet.
Bisher wurde lediglich in der Nähe des Bahnhofes Wannsee eine Abflugstelle für Hetzschriftenballons festgestellt. Am 10.11.1955, von 6.45 Uhr bis 7.20 Uhr, wurden ca. 15 Ballons, welche in Richtung Teltow abflogen, hochgelassen.
Im Laufe des 10. bzw. 11.11.1955 sind aufgrund dieser Aktion des Gegners folgende Funde von Ballons bzw. Hetzschriften zu verzeichnen:
Demokratischer Sektor von Groß-Berlin:
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Weißensee – 10.11.1955, gegen 14.00 bis 15.30 Uhr – 62 Stück
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»Tarantel«,2 Berlin NO 55 – 10.11.1955, gegen 13.15 Uhr – sechs Stück
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»Stimme der Freiheit«,3 Prenzlauer Berg – 10.11.1955 – »Tarantel« – 40 Stück
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Blankenfelde – 10.11.1955, gegen 12.00 Uhr – 2 000 Stück
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»Sozialdemokrat«4, Berlin NO 55 – 10.11.1955, gegen 20.20 Uhr – 3 000 Stück
Bezirk Frankfurt/Oder:
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Kreis Bernau – 10.11.1955 – »Tarantel«, »Stimme der Freiheit«, »Zope«5 – 750 Stück
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Kreis Freienwalde – 10.11.1955 – »Tarantel« und »Stimme der Freiheit« – zwölf Stück
Bezirk Rostock:
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Kreis Grimmen – 10.11.1955, gegen 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr, – »NTS«6 – 50 Stück
Bezirk Schwerin:
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Kreis Lübs, Gemeinde Doberdin – »Zope« und »NTS« – ca. 2 000 Stück
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Kreis Parchim, Gemeinde Garwitz – »Zope« und »NTS« – ca. 3 000 Stück
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Kreis Ludwigslust – zwei Ballonreste und ein Paket mit je 2 000 Stück
Bezirk Neubrandenburg:
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Kreis Teterow – 10.11.1955, gegen 14.00 Uhr – »Zope« – 17 Stück
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Kreis Neustrelitz – 10.11.1955, gegen 17.00 Uhr – »Freie Junge Welt« – ein Ballon
Neben den im Norden der DDR gesichteten Hetzschriftenballons bzw. gefundenen Flugblättern ist auch eine verstärkte Verbreitung im Bezirk Karl-Marx-Stadt festzustellen.
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Stadtgebiete Karl-Marx-Stadt – 10.11.1955, gegen 14.00 Uhr – ca. 150 Stück
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Kreis Hainichen – 10.11.[1955], gegen 15.30 Uhr – SPD-Ostbüro7 – ein Ballon mit ca. 800 Stück
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Es handelt sich um einen Gummiball (Durchmesser ca. 1,50 m), welcher beim Auftreffen auf den Hof des Kulturhauses der MTS Hainichen zerplatzte. Die Hetzschriften hingen als Paket in Holzleisten eingefasst am Ballon. Gewicht: ca. 6 kg.
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Kreis Reichenbach, Gemeinde Lengenfeld, am 11.11.1955, gegen 6.30 Uhr – ein Ballon mit 417 Stück
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Kreis Zwickau – 11.11.1955, gegen 9.00 Uhr – 30 Stück NTS
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Kreis Plauen – Autobahn Plauen-Reichenbach – Fund von Ballonresten
Insgesamt wurden am 10.11.1955 nach bisher vorliegenden Meldungen ca. 18 300 Hetzschriften gefunden.
Die Hetzschriften kommen von den verschiedensten Feindzentralen8 und beinhalten in ihrer Gesamtheit Hetze zur Genfer Konferenz.9 Die Hetze richtet sich insbesondere gegen die Friedensbestrebungen der Sowjetunion, die Vorschläge des Genossen Molotow10 und in Bezug auf die DDR11 gegen die KVP.
Die von dem SPD-Ostbüro verbreitete »Einheit«12 befasst sich mit »Der Kampf um die 40-Stundenwoche und das Aktionsprogramm des DGB«.
Der »Sozialdemokrat« enthält in der mitverbreiteten Nr. 17/55 übelste Verleumdungen des SfS, wonach dasselbe »Ballonbomben als Beweismaterial gegen die SPD konstruiere«.13