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Landwirtschaft

24. Oktober 1955
Ernte [L 16/55]

In den LPG und ÖLB des Bezirkes Frankfurt[/Oder] treten Schwierigkeiten in der Arbeitsorganisation auf, wie z. B. in der LPG Tempelfelde, Kreis Bernau, [Bezirk] Frankfurt/Oder. Dort wurden von 84 ha Kartoffeln bis jetzt 44 ha gerodet.

In dieser LPG kann das Soll von 7 000 Zentner Kartoffeln nicht gedeckt werden.

Der Vorsitzende ist der Meinung, dass für die LPG nichts übrigbleibt, wenn das Soll gedeckt werden soll.

Im Kreis Schmölln, [Bezirk] Leipzig, müssen im MTS Bereich Schmölln noch 17 ha Kartoffeln gerodet werden.

Von den Arbeitern des MTS-Stützpunktes Lüdersdorf und Felgentreu, [Kreis] Luckenwalde, [Bezirk] Potsdam, wird zum Ausdruck gebracht, dass einige Teile der Kartoffelvollerntemaschine, welche im Mähdreschwerk Weimar hergestellt werden, zu leicht gebaut sind und dadurch die laufenden Reparaturen entstehen.

Die gleichen Mängel sind bei den Schatzgräbern,1 besonders bei den Einreihigen zu verzeichnen.

Der Ausfall der Maschinen hat zur Folge, dass es bisher noch nicht allen MTS-Stützpunkten gelungen ist, die Kartoffelrodung zu beenden, z. B. sind in der Gemeinde Gräningen, [Kreis] Rathenow, noch neun ha Kartoffeln zu roden.

Im Kreis Grimma, [Bezirk] Leipzig, wurden bisher erst 49,9 % Kartoffeln abgeliefert. Im Kreis Altenburg liegt der Ablieferungsstand erst bei 44 %.

In der Gemeinde Zethau, Kreis Brand-Erbisdorf, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, sind von 130 ablieferungspflichtigen Betrieben nur 70 % in der Lage ihr Kartoffelsoll zu erfüllen.

Die Bauern bringen zum Ausdruck, dass sie aufgrund der schlechten Kartoffelernte ihren Schweinebestand reduzieren müssten und sich das dann auf die Fleischversorgung negativ auswirken müsste.

In der LPG Blumberg, [Kreis] Bernau, [Bezirk] Frankfurt/Oder, sind noch ca. 60 ha Kartoffeln zu roden.

Das Sammelergebnis pro Tag beträgt nur 3 bis 4 ha, während die MTS täglich zehn bis 12 ha roden.

Im Kreis Zerbst, [Bezirk] Magdeburg, geht die Verladung der Kartoffeln nur schleppend voran, da die Waggonbereitstellung durch die Reichsbahn sehr schlecht ist. Es kommt vor, dass Kartoffeln tagelang auf Ackerwagen auf den Feldern stehen und der Witterung ausgesetzt sind.

Zu der Waggonbereitstellung für die Kartoffelverladung nach Leipzig sagte ein Angestellter vom VdgB/BHG Wismar: »Vom Kreisverband der VdgB/BHG Wismar wurden elf Waggons zur Kartoffelverladung nach dem Süden der DDR bei der RBD Schwerin bestellt. Alle elf Waggons wurden von der RBD zugesagt. Zum festgelegten Termin trafen aber nur zwei Waggons in Wismar ein.«

Nach einer Rücksprache äußerte die RBD, dass sie von einer Bestellung von elf Waggons nichts wüsste.

Die Bauern standen mit ihren Kartoffeln am Bahnhof. Es konnten jedoch keine Kartoffeln verladen werden.

In der MTS Zossen, [Bezirk] Potsdam, können die Kartoffelvollerntemaschinen nicht eingesetzt werden, da der Boden im MTS Bereich zu steinig ist.

Ähnlich sieht es im Kreis Wittstock aus. Dort stehen zwar genügend Kartoffelroder zur Verfügung, jedoch fallen zu viel Zugmaschinen aus. Das hat zur Folge, dass in diesem Stützpunkt von 800 ha noch 80 ha Kartoffeln zu roden sind.

  1. Zum nächsten Dokument Versorgung

    24. Oktober 1955
    Versorgung [V 16/55]

  2. Zum vorherigen Dokument Übung der KVP in Nochten

    24. Oktober 1955
    Stimmungsbericht über die durchgeführte Übung der KVP in Nochten [Information M 22/55]