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Landwirtschaft

22. September 1955
Landwirtschaft [Nr. 3/55]

Schwierigkeiten gibt es im MTS-Bereich Schrenz, [Kreis] Bitterfeld, [Bezirk] Halle, wo noch über hundert ha Stroh von den Feldern zu räumen sind. Eine ähnliche Erscheinung gibt es noch in den anderen Bereichen der MTS des Kreises.

Auch im Kreis Luckau, [Bezirk] Cottbus, ergaben sich in der Einbringung der Gerste und Gemenge große Schwierigkeiten. Es stehen zurzeit noch neun ha Getreide auf dem Halm.

Des Weiteren wird berichtet, dass noch ca. 300 ha Getreide in Hocken,1 und zwar hauptsächlich bei landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, draußen stehen. Dieser Mangel ist darauf zurückzuführen, dass die MTS Luckau angeblich das Einfahren nicht geschafft hat. Es ist vorgekommen, dass das Heu vom ersten und zweiten Schnitt auf den Wiesen liegen bleibt und verkommt. Als schlechtes Beispiel sei dafür die LPG Duben, Kreis Luckau, angeführt.

In der LPG Zaackow,2 Kreis Luckau verkamen ca. 100 Zentner Kartoffeln, ursprünglich Speisekartoffeln, die nur noch als Schweinefutter verwendet werden können. Die Ursache liegt darin, dass so wenig Arbeitskräfte vorhanden sind und zum anderen, dass die freiwilligen Helfer3 vom Rat des Kreises nicht einwandfrei arbeiteten.

Im Kreis Seelow, [Bezirk] Frankfurt/Oder, wurden aufgrund starker Verunkrautung ca. 285 ha Zuckerrüben umgebrochen.

In der LPG Großziethen, Kreis Königs Wusterhausen, [Bezirk] Potsdam, wurde festgestellt, das ca. 200 Zentner geklapperte Kartoffeln4 seit einigen Tagen lagern, ohne dass die LPG diese an die VEAB abliefern kann. Die VEAB lehnt die Annahme ab mit der Begründung, dass die Kartoffeln angeblich zu klein sind. Festgestellt wurde jedoch, dass die Kartoffeln die erforderliche Größe haben, um sie der Versorgung der Bevölkerung zuzuführen.

Von der MTS Tessenow, Kreis Parchim, [Bezirk] Schwerin, wird kritisiert, dass von dem Motoreninstandsetzungswerk in Demmin Motorenlager aus Aluminium eingebaut werden, die nur eine sehr kurze Lebensdauer haben und keine ernsthafte Arbeit mit den Motoren vertragen. Dieses hat zur Folge, dass die betreffenden Motoren schon nach kurzer Zeit zur Generalreparatur geschickt werden müssen.

In der MTS Schönefeld, [Kreis] Großenhain, [Bezirk] Dresden, stehen drei Pioniere5 wegen Kühlerschaden still. Es wurde laufend versucht, über das Bezirkskontor und die Herstellerfirma in Magdeburg Kühler zu bekommen, jedoch ohne Erfolg.

Ähnlich ist die Lage in der Reifenbeschaffung für die Pioniere. Die MTS Großraschütz benötigt dringend sieben Stück für die bevorstehende Herbstbestellung.

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    22. September 1955
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