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Versorgung

9. November 1955
Versorgung [V 23/55]

Einkellerungskartoffeln

Im Kreis Hainichen, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, ist die Bevölkerung wegen der Belieferung mit Einkellerungskartoffeln beunruhigt. Die Konsum-Genossenschaft1 Frankenberg konnte bis 5.11.1955 erst 55 % zur Auslieferung bringen. Sie benötigt noch 330 t Einkellerungskartoffeln.

Im Bezirk Schwerin besteht die Beunruhigung über die schlechte Belieferung mit Einkellerungskartoffeln besonders in den Kreisen Bützow, Sternberg, Gadebusch und Parchim.

Fleischversorgung

Schwierigkeiten in der Fleischversorgung bestehen im Bezirk Schwerin in den Landkreisen Bützow, Sternberg, Gadebusch und Parchim.

Mangelhafte Versorgung mit Fleisch wie auch Fisch, Käse und Margarine führt in Arnstadt zu größeren Käuferschlangen vor Konsum- und HO-Geschäften.2

Im Kreis Klötze, [Bezirk] Magdeburg, besteht Mangel an Fleischwaren, der zu negativen Äußerungen unter der Bevölkerung Anlass gibt. Die Bevölkerung erwartet darüber vom Minister Wach3 eine Erklärung, da dieser vor einiger Zeit versprochen hat,4 sich besonders für die Verbesserung der Lebensmittelversorgung im Grenzort Oebisfelde einzusetzen.

Gleichzeitig besteht in diesem Kreis Mangel an Obstkonserven, Maizena,5 Zwiebeln und Streichhölzern.

Fettversorgung

Im Kreis Arnstadt, [Bezirk] Erfurt, besteht Mangel an Margarine, sodass es zu größeren Käuferschlangen vor den Geschäften kommt.

Im Bezirk Karl-Marx-Stadt wird über den Engpass an HO-Butter, Margarine und Speck sowie Eier negativ diskutiert.

Das Gleiche wird aus allen Kreisen des Bezirkes Halle gemeldet.

Im Kreis Königs Wusterhausen, [Bezirk] Potsdam, fehlt dringend Hartfett für die Herstellung von Pfefferkuchen.

Versorgung mit verschiedenen Lebens- und Genussmitteln

Aus allen Kreisen des Bezirkes Suhl werden Schwierigkeiten in der Versorgung der Bevölkerung mit Zwiebeln gemeldet, da die Lieferbezirke Magdeburg und Erfurt ihren Erfüllungen nicht nachkommen. Ungünstig auf die Situation in der Versorgung mit Zwiebeln wirkt sich beim Freien Verkauf6 ein Schreiben des Staatssekretariats für Erfassung und Aufkauf vom 25.8.1955, gezeichnet Bredel,7 Hauptabteilungsleiter, betreff Austausch-Äquivalente für Obst und Gemüse 1955, aus.8

Im Kreis Wernigerode, [Bezirk] Magdeburg, beschweren sich die Arbeiter der Kalk- und Bergbauindustrie über den Mangel an Schokoladenerzeugnissen und Zigarren.

Warenverderb

In der Zeit vom 27.10.1955 mussten in Dresden acht Waggons frisches Schweinefleisch aus Rumänien der beschränkten Verwertung Produktionsbetrieben zur Herstellung von Koch- und Brühwurst zugeführt werden, da das Fleisch infolge beginnender Oberflächenfäulnis bei der Ankunft der Waggons als nicht mehr geeignet für Einfrierungszwecke zeigte. Die Schweine wurden in ungenügend ausgekühltem Zustand verladen.

Im Kreis Görlitz, [Bezirk] Dresden, häufen sich in letzter Zeit die Fälle, wo ebenfalls Fleisch und Fleischwaren verderben und somit der Bevölkerung entzogen werden. So wurden im Oktober 1955 an die Konsum-Genossenschaft Görlitz 570 Büchsen mit Rindfleisch im eigenen Saft geliefert. Bei der Überprüfung dieser Büchsen wurde festgestellt, dass 395 Büchsen stark bombiert waren und bakteriologisch untersucht werden mussten. Das Ergebnis dieser Untersuchung war, dass 266 Dosen zur sofortigen Leberwurstverarbeitung noch tauglich waren. 75 Dosen noch als Freibankfleisch9 verkauft werden konnten und 54 Dosen für den menschlichen Genuss unbrauchbar waren.

Der Rest von 175 musste ebenfalls sofort verkauft werden. Das Fleisch war bereits 1954 aus Polen geliefert worden.

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    11. November 1955
    Ernte [L 21/55]

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    7. November 1955
    Versorgung [V 22/55]