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Landwirtschaft

4. Oktober 1955
Landwirtschaft [Nr. 8/55]

Am 27.9.1955 fuhren zwei Instrukteure des Rates des Bezirkes Rostock mit dem Bürgermeister Krüger1 von Mallentin, [Bezirk] Rostock, in den Ortsteil Roxin, [Kreis] Grevesmühlen, [Bezirk] Rostock, und forderten die Bauern auf, das Getreide bis auf die Wintersaat abzuliefern. Futtergetreide und Sommeraussaat dürfen sie auch nicht behalten. In der Gemeinde Roxin, [Kreis] Grevesmühlen, wird jetzt darüber diskutiert, dass eine Bauernflucht einsetzen wird, wenn diese Maßnahmen durchgeführt werden.

Von den sich im Kreis-Gebiet Rostock befindlichen 177 Großbauern2 haben 26 noch keinen Zentner Getreide abgeliefert. Die Großbauern begründen ihr Versäumnis in der Ablieferungspflicht mit dem Argument, dass sie keine Arbeitskräfte besitzen bzw. dass im Winter die beste Zeit zum Dreschen sei.

Ein Großbauer sagte z. B. Folgendes: »Bringt mir doch Arbeitskräfte, die hier dreschen können, aber nicht solche, die 2,50 DM für eine Stunde haben wollen. Ich habe im Winter sehr viel Zeit zum Dreschen. Früher konnten wir dreschen, wenn es uns passte und wir es mit der Arbeit am besten in Einklang bringen konnten.«

Der Stand der Kartoffelrodung im MTS-Bereich Altentreptow, [Bezirk] Neubrandenburg, geht bisher nur schleppend voran. Die Ursache hierfür liegt zum großen Teil an der schlechten Arbeit der MTS. Circa 50 % der Kartoffelroder der MTS sind nicht einsatzfähig, weil es an Zapfwellenanschlüssen, die beim Traktor befestigt werden müssen, fehlt.

In Trebbichau [und] Aken, Kreis Köthen, [Bezirk] Halle, hat die MTS Osternienburg trotz Bestehen der Arbeitsverträge noch keine Kartoffeln gerodet. Von den werktätigen Bauern wird zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht mehr gewillt sind neue Arbeitsverträge mit der MTS abzuschließen, da die Traktoristen ja doch nur da arbeiten gehen, wo sie etwas bekommen.

Aus dem Kreis Lobenstein wird berichtet, dass verschiedentlich unter den werktätigen Einzelbauern die Tendenz vorhanden ist, dass sie meinen, es hätte mit der Kartoffelrodung noch viel Zeit und man sollte sie nicht so drängen, da sie noch in jedem Jahr rechtzeitig alles eingebracht hätten.

Die BHG Teuchern, Kreis Hohenmölsen, [Bezirk] Halle, hat einen Waggon Kartoffeln als Saatgut aus dem Kreis Genthin, [Bezirk] Magdeburg, erhalten. Es handelt sich um die Sorte »Frühmölle«3 und besteht aus kleinen, grünen, faulen, zerschnittenen, mit Tiefschorf befallenen Kartoffeln. Die Menge beträgt 6 850 kg.4

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    4. Oktober 1955
    Versorgung [V 8/55]

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    4. Oktober 1955
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