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Landwirtschaft

10. Oktober 1955
Ernte [L 10/55]

Der Erfüllungsstand in Kartoffeln im Kreis Kalbe/Milde, [Bezirk] Magdeburg, liegt bei 17,5 % per 1.10.1955. Die Groß- und auch ein Teil Mittelbauern1 können angeblich ihr Kartoffelsoll nicht erfüllen, da ihre Futtergrundlage sonst nicht gewährleistet ist.

Gleiche Erscheinungen betreff Ablieferung sind bei den Mittelbauern in Loburg zu verzeichnen.

Im Bezirk Schwerin sind 39 067 t Kartoffeln für Einkellerungszwecke bereitgestellt. Das Soll beträgt 84 000 t. Bei den Ablieferungen kommt es zu negativen Diskussionen der werktätigen Bevölkerung, weil keine Transportmöglichkeiten2 bereitgestellt werden. Dadurch ist ein Teil der Bauern dazu übergegangen diese Kartoffeln einzumieten, um sie vor dem Verderb zu schützen.3

Bei der Ablieferung von Kartoffeln treten seit einigen Tagen im Bezirk Schwerin insofern Schwierigkeiten auf, dass keine Waggons4 gestellt werden. So konnten deshalb in Gadebusch am 4.10.1955 keine Kartoffeln verladen werden.

Im Ortsteil Suckow, [Kreis] Gören, [Bezirk] Schwerin, lagern große Berge Kartoffeln, die bereits so verdorben sind, dass sie für den menschlichen Gebrauch untauglich sind. Der BHG-Leiter sagte: »Ich bestelle bei der Bahn Waggons und bekomme keine. Auch keine Lkw sind zu bekommen. Es ist eine Schande, dass so viele Kartoffeln verderben.«

Viele Bauern und LPG haben mit der DSG Verträge für Pflanzkartoffeln abgeschlossen. Diese Kartoffeln mussten von der DSG sachgemäß eingemietet oder abtransportiert werden. Ein Angestellter der DSG aus Crivitz5 erklärte: »Wenn ich bei der Reichsbahn dringend zehn Waggons bestelle, bekomme ich nur einen und zwei Waggons.«

Es passiert dann, dass wertvolles Saatgut tagelang auf den Wagen der Bauern oder auf Haufen liegt und verdirbt.

Die MTS Holtendorf, [Kreis] Görlitz, [Bezirk] Dresden, erhielt vom Mähdrescherwerk Weimar eine neue Rüben- und Kartoffelkombine. Beide Maschinen sind Neuproduktion und weisen mehrere technische Mängel auf. Die Gliederstücke von der Greiferkette der Rübenkombine rissen schon nach kurzer Zeit auseinander. Sie sind aus sehr schlechtem Guss hergestellt. An der Kartoffelkombine mussten zwei neue Streichschare an den Seiten angebracht werden, da sonst die Kartoffel nicht von dem Wühlschar aufgenommen werden können. Die Reihenentfernung der Kartoffelkombine betrug 82 cm, obwohl bekannt ist, dass die Reihenentfernung bei allen Aussaat- und Legemaschinen 62,5 cm beträgt.6

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    10. Oktober 1955
    Versorgung [V 10/55]

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    6. Oktober 1955
    Versorgung [V 9/55]