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Versorgung

12. Oktober 1955
Versorgung [V 11/55]

Ein besonderer Schwerpunkt ist zurzeit im Bezirk Frankfurt/Oder die Kartoffeleinkellerungsaktion.

Der VEAB Fürstenberg/Oder, der die Lieferung für Frankfurt[/Oder] durchzuführen hat, ist per 8.10.1955 mit 1 000 t Kartoffeln im Rückstand.

In Müllrose, [Kreis] Fürstenberg/Oder, sollen nach Angaben der Genossenschaft Frankfurt/Oder beim VEAB Kartoffeln eingemietet liegen, die zurzeit nicht mehr für den menschlichen Genuss verwendbar sind.

Die Einkellerungsaktion der Kartoffeln geht auch deshalb sehr schleppend vor sich, da die VEAB ungenügend an die Realisierung ihrer Aufgaben herangeht.

Obwohl die VEAB davon Kenntnis hat, dass die Stadt-VEAB Frankfurt/Oder keine Kartoffeln hat und für Frankfurt/Oder täglich vier Waggon benötigt werden, aber nur ein Waggon bereitgestellt wird, wird dieser Zustand nicht verändert.

Die Einkellerungsaktion geht in den Kreisen des Bezirkes Potsdam im Allgemeinen gut voran. Schwierigkeiten ergeben sich nur vereinzelt in der Transportfrage, wie z. B. in den Kreisen Oranienburg und Kyritz.

Aus dem Kreis Grevesmühlen, [Bezirk] Rostock, wird berichtet, dass die Belieferung mit Einkellerungskartoffeln nicht genügend durchgeführt wird. Die Rodung der Kartoffeln geht nicht zügig genug voran, sondern schleppend.

Zurzeit gibt es im Kreis Beeskow, [Bezirk] Frankfurt/Oder, keinen Zucker auf Marken. Dieser Markenzucker soll erst in den nächsten Tagen in Beeskow eintreffen.

Die Fleischversorgung auf Markenbasis sowie HO1 ist im ganzen Bezirk Magdeburg noch immer unzureichend. In Havelberg sind die Fleischerei-Verkaufsstellen wöchentlich ca. drei bis vier Tage wegen Fleischmangels geschlossen. Die Bevölkerung ist hierüber unzufrieden, was in den Diskussionen über die politische Lage zum Ausdruck kommt.

Die Fleischversorgung in Dessau, [Bezirk] Halle, kann nur durch die Konserven gedeckt werden.

Trotzdem sich die Fleischversorgung im Bezirk Neubrandenburg in der letzten Zeit etwas verbesserte, treten noch immer örtlich gesehen Schwierigkeiten hierin auf.

Besonders ist das im Kreis Teterow der Fall. Hier war die Anlieferung von Lebendvieh im ganzen III. Quartal 1955 sehr schlecht. Es besteht vom Schlachthof an den VEAB noch eine Forderung von 23,4 t aus dem III. Quartal 1955.

In der Versorgungslage im Bezirk Erfurt treten weiterhin noch einige Mängel auf. Zum Beispiel gibt es wenig HO-Margarine und schon einige Wochen keine Eier, sodass selbst auf Fleischmarken keine zu haben sind.

Im Handelsbereich der HO-Wismut2 Aue, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt – lässt die Belieferung von Süßwaren, Keks und Waffeln zu wünschen übrig. Kunsthonig gibt es schon seit August nicht mehr.

Starke Nachfrage herrscht nach Erbsen- und Obstkonserven. Vereinzelt sind noch kleine Bestände von Obstkonserven wie Heidelbeeren und Apfelmus vorhanden.

In Leuna, Kreis Merseburg, [Bezirk] Halle, wird von den Käufern der Mangel an Käse, Eiern, Zitronen, Sauren Gurken, Salzheringen und Frischfleisch kritisiert. Weiterhin gibt es Unzufriedenheit über das mangelhafte Verpackungsmaterial für Lebensmittel.

Im Stadtgebiet Dessau, [Bezirk] Halle, können die Weintrauben nicht abgesetzt werden. Die Bevölkerung diskutiert darüber, dass der Preis dafür zu hoch wäre.

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    14. Oktober 1955
    Informationsdienst Nr. 2492 zur Beurteilung der Situation in der DDR

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    12. Oktober 1955
    Ernte [L 11/55]