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Zur Beurteilung der Situation in der DDR

24. Mai 1955
Informationsdienst Nr. 2452 zur Beurteilung der Situation in der DDR

Zur Lage in Industrie und Verkehr

In der Stimmung der Werktätigen in den Industrie- und Verkehrsbetrieben zeigen sich gegenüber der letzten Berichtsperiode keine wesentlichen Veränderungen. Im Allgemeinen ist das Interesse an dem politischen Geschehen gegenwärtig gering und es diskutieren vorwiegend nur fortschrittliche Kräfte über die Warschauer Konferenz,1 die sowjetischen Abrüstungsvorschläge2 und über den Staatsvertrag mit Österreich.3

Demzufolge sind die Stellungnahmen überwiegend positiv und spiegeln eine richtige Einschätzung der gegenwärtigen Situation wider.

Hervorgehoben wird vor allem immer wieder die Initiative der SU bei der Entspannung der internationalen Lage und der Erhaltung des Friedens. Dies zeigt sich besonders in den Stellungnahmen zu den Abrüstungsvorschlägen und den Abschluss des Staatsvertrages mit Österreich. Beim letztgenannten Problem wird vor allem immer wieder dem Wunsch Ausdruck gegeben, dass die Deutschlandfrage ebenfalls bald friedlich gelöst wird.

Richtig eingeschätzt wird auch der Warschauer Vertrag, in dem man sagt, dass sich dieser durch die Ratifizierung der Pariser Verträge4 notwendig machte, »da den Kriegstreibern unbedingt Halt geboten werden muss.«

Auch werden Vergleiche zwischen diesem und den Pariser Abmachungen gezogen und dabei erwähnt, dass der Warschauer Vertrag friedlichen Charakter trägt und nur der Verteidigung dient, wogegen die Pariser Verträge aggressiven Plänen dienen.

Nur im geringen Maße werden zu diesen politischen Fragen negative Äußerungen bekannt. Sie stammen meist von reaktionären Elementen, die vor allem durch die Westpropaganda beeinflusst sind. Der Inhalt dieser Stellungnahmen ist größtenteils Hetzte gegen die SU.

So erklärte z. B. ein Arbeiter aus dem VEB Kunstfaserwerk »Wilhelm Pieck« in Rudolstadt: »Die DDR wird nur zur Gestellung von Kanonenfutter benutzt, da das Oberkommando in den Händen der UdSSR liegt.«

Ein Kollege aus der Maschinenfabrik Halle: »Durch den Warschauer Vertrag werden alle beteiligten Staaten von der SU kassiert, denn sie hat die Spitze und alle anderen müssen nach ihrer Pfeife tanzen.«

Ein Angestellter aus dem Werk II des VEB Industrie-Armaturenwerk Leipzig: »Der Ostblock besteht schon seit Langem und wurde nun durch die Warschauer Konferenz gefestigt.«

Ein Setzer (parteilos) aus den Graphischen-Werkstätten Leipzig: »Die Warschauer Konferenz stellte nur einen Befehlsempfang von der SU und den Zusammenschluss der Oststaaten dar.«

Im VEB Idealwerk VI in Karl-Marx-Stadt fand am 20.5.[1955] eine Belegschaftsversammlung statt, an der ca. 200 Kollegen teilnahmen. Als der Referent das Thema bekannt gab: »Behandlung der Warschauer Konferenz und die Moskauer Deklaration«5 ging ein Murren durch die Reihen. Bei der Behandlung des gemeinsamen Kommandos6 wurde der Referent durch Gelächter und Gejohle am Weitersprechen gehindert, sodass eine Weiterführung der Versammlung nicht möglich war.

Im VEB Kleinstmotorenwerk Hartha, [Bezirk] Leipzig, wurde zur Warschauer Konferenz eine Zustimmungserklärung verfasst und den Kollegen zur Unterschrift vorgelegt. Drei Kolleginnen verweigerten die Unterschrift mit den Worten: »Wir sind für den Frieden, geben aber unsere Unterschrift nicht. Man kann nicht wissen, was später einmal daraus entstehen kann.«

Bei der KVP-Werbung7 kommt es trotz der Erfolge noch immer bei einem großen Teil der Jugendlichen zu einer ablehnenden Haltung, die von dem Argument bestimmt wird, nicht freiwillig zur KVP zu gehen, sondern nur, wenn es durch ein Gesetz beschlossen wird. Zum anderen spielen hauptsächlich die in den Vordergrund gestellten persönlichen Belange eine Rolle.

In einzelnen Fällen geht die Ablehnung der Jugendlichen soweit, dass sie sich nach dem Westen absetzen bzw. es zu tun beabsichtigen.

Zum Beispiel setzten sich im VEB Bodenbearbeitungsgerätewerk in Leipzig 19 Jugendliche, die angesprochen wurden, zur KVP zu gehen, nach dem Westen ab. Außerdem ist zu verzeichnen, dass in diesem Betrieb im verstärktem Maße Jugendliche bei der Kaderabteilung vorsprechen, um eine Bescheinigung für die Verbringung ihres Urlaubes in Westdeutschland zu bekommen.

Ein Jugendlicher aus dem VEB Dachpappe Schkeuditz, [Bezirk] Leipzig, äußerte: »ich habe die Sache mit der Werbung satt und wenn ich nicht in Ruhe gelassen werde, gehe ich nach dem Westen.«

In der Bauabteilung des VEB ECW Eilenburg,8 [Bezirk] Leipzig, unterzeichnete der größte Teil der Kollegen eine Zustimmungserklärung zum Warschauer Vertrag nicht, was in einem Flugblatt der FDJ des Betriebes kritisiert wurde.

Dazu äußerte ein Jugendlicher: »Da haben wir wenigstens etwas, was wir vorzeigen können, wenn wir abhauen, denn es wird immer toller mit der Werbung.«

Immer wieder werden Beispiele dafür bekannt, dass die Werbung schlecht durchgeführt wird, was negative Diskussionen zur Folge hat.

Der Werkleiter des VEB Maschinenbau Burg, [Bezirk] Magdeburg, sagte zu einigen Jugendlichen: »Wenn Ihr nicht zur KVP gehen wollt, werdet Ihr entlassen.« Dadurch trat eine unzufriedene Stimmung auf und die Jugendlichen diskutierten: »Na ja, man macht ja jetzt Zwang daraus.« Von der BPO wurde diese Angelegenheit richtiggestellt.

Im VEB Knäckebrotwerk Burg äußerte ein Werbeoffizier zu Jugendlichen, die es ablehnten, zur KVP zu gehen: »Wenn Ihr Euch bereit erklärt, dann werden wir dafür sorgen, dass es Euch schlechter geht.«

Zum anderen wurden direkt negative oder feindliche Äußerungen nur im geringen Maße bekannt: Vereinzelt verbreiten feindliche Elemente Gerüchte, um die KVP-Werbung negativ zu beeinflussen.

Ein Arbeiter aus dem VEB Grenzquell Rodewisch,9 [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, erklärte: »Es wird immer davon gesprochen, dass wir unsere Errungenschaften verteidigen sollen. Etwa das schwarze Brot?10 Ich habe einen Freund im Westen, dem geht es drüben besser als mir hier. Ich sehe nicht ein, was ich verteidigen soll.«

Ein Jugendlicher aus dem VEB Textima in Aue: »Zur KVP gehen nur die Dummen. Lasst das Leben bei uns genauso werden wie in Westdeutschland.«

In einer Belegschaftsversammlung im Baubetrieb Schiller11 in Neuenhagen, [Bezirk] Frankfurt/Oder, äußerte ein Arbeiter gegenüber dem Referenten, der ausgeführt hatte, dass sich die Arbeiter wehren würden, wenn wir von den Imperialisten überfallen würden: »Ja, erinnere Dich mal Deiner Worte. Es wird nicht mehr lange dauern und die Arbeiter lassen sich nicht mehr alles gefallen, dann werden sie wieder gegen Euch demonstrieren wie es schon einmal war.«

Danf;Im VEB Pumpenfabrik Oschersleben, [Bezirk] Magdeburg, verbreitete ein Arbeiter das Gerücht, dass die VEB alle Jugendlichen im wehrpflichtigen Alter entlassen würden. In Halberstadt würde dies bereits durchgeführt. Sie bekämen woanders keine Arbeit wieder, sodass sie gezwungen seien, zur KVP zu gehen.

Bei den betrieblichen Schwierigkeiten spielt weiterhin vor allem der Materialmangel in den verschiedensten Industriezweigen eine Rolle. Dies wirkt sich hemmend auf den planmäßigen Produktionsablauf aus und bildet vielfach eine Diskussionsgrundlage in den Betrieben.

In der Peenewerft in Wolgast mangelt es an 6 mm Blechen für das Exportprogramm. Dadurch mussten insgesamt 9 000 Wartestunden geschrieben werden. Darüber diskutierten die Arbeiter wie folgt: »Von uns verlangt man, dass wir den Plan erfüllen und übererfüllen. Man gibt uns aber gar nicht die Möglichkeit dazu. Laufend bestehen Materialschwierigkeiten; auch die Arbeitsorganisation ist bei uns schlecht. Man sollte doch endlich von höherer Stelle etwas unternehmen, um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu gewährleisten.«

Im VEB Blechverpackungswerk Meißen, [Bezirk] Dresden, besteht ein Materialengpass (⅔ des Materials werden aus Importlieferungen zur Verfügung gestellt und das Übrige liefert das Walzwerk Hettstedt). Da die Lieferungen unregelmäßig erfolgen, müssen ca. 30 % der Belegschaft mit unproduktiven Arbeiten beschäftigt werden.

Außerdem klagen folgende Betriebe über ähnliche Schwierigkeiten:

VEB Framo-Werk Hainichen,12 [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, (Profilgummi); VEB Flourwerk Dohna, [Bezirk] Dresden, (Tonerde); VEB Volltuch Luckenwalde, [Bezirk] Potsdam, (weiße Zellwolle); und VEB Sternradio in Sonneberg, [Bezirk] Suhl, (Radiogehäuse).

Im letztgenannten Betrieb lagern dadurch Halbfabrikate im Werte von ca. 284 000 DM.

Im VEB Kombinat »Otto Grotewohl« in Böhlen bestehen Absatzschwierigkeiten bei Autobenzin. Bisher wurden im Monat Mai durch den DIA 3 000 t abgesetzt, was weit unter dem Produktionsausstoß liegt. Wenn dieser Zustand nicht geändert wird, muss in Kürze die Produktion gedrosselt werden.

Im VEB Steinkohlenwerk Freital, [Bezirk] Dresden, wurde die Produktion von Schlackensteinen (für Bauzwecke) erheblich gesteigert. Der Absatz geht aber nur schleppend vor sich, sodass Schwierigkeiten in den Lagerungsmöglichkeiten entstehen.

In den Ziegeltonwerken in Grimmen, [Bezirk] Rostock, besteht ein Mangel an Arbeitskräften. Dazu äußerte ein Meister: »Ich kann nicht verstehen, dass wir keine Arbeitskräfte bekommen. Uns fehlen genau wie im Vorjahr Arbeiter für zwei Schichten (acht bis zehn Mann).«

Über Arbeitskräftemangel klagt auch der Kreisbaubetrieb Gransee, [Bezirk] Potsdam. Der Betrieb führt mehrere Großbauten von der Bau-Union durch, wo die Bauarbeiter nach Ortsklasse A13 entlohnt werden und die Lebensmittelkarte A erhalten.14 Da der Kreisbaubetreib nur nach B entlohnt und die Arbeiter die B-Karte erhalten, wechseln die Arbeiter zur Bau-Union über.

Produktionsstörungen

In der Berichtszeit kam es wiederholt zu größeren Störungen im Braunkohlenbergbau.

Am 19.5.[1955] entgleiste in der Grube Tschirpau15 des BKW Deuben, [Bezirk] Halle, die E-Lok 16. Produktionsausfall ca. 2 500 cbm Rohbraunkohle.

Am 20.5.[1955] entgleisten an der Weiche 47 des Tagebau VEB Espenhain mehrere Wagen eines vollen Rohkohlezuges. (ein Gittermast wurde dadurch mit beschädigt) Vermutliche Ursache: Bruch einer Federschake, Sachschaden: ca. 45 000 DM.

Am 21.5.[1955] fuhr im VEB Kombinat Böhlen ein Vollzug infolge falscher Weichenstellung auf einen Leerzug auf. Vorläufig geschätzter Schaden: ca. 10 000 DM.

Im BKW »Erich Weinert«, [Kreis] Hohenmölsen, [Bezirk] Halle, stießen zwei E-Lokzüge seitlich zusammen, weil die Signale nicht beachtet wurden. Materialschaden ca. 7 000 DM.

Am 19.5.[1955] erfolgte im Werk »Fortschritt« des BKW »Franz Mehring«, [Bezirk]Cottbus ein Zugzusammenstoß. Schaden: ca. 80 000 bis 100 000 DM.

Durch eine elektrische Störung fiel im BKW Deuben, [Bezirk] Halle, die Brikettfabrik I aus. Produktionsausfall ca. 300 t Brikett und Materialschaden, einschließlich Arbeitslohn ca. 1 200 DM.

Am 18.5.[1955] kam die Förderbrücke des Abraumbetriebes Skadow, [Bezirk] Cottbus, zum Stillstand. Vermutliche Ursache: Konstruktionsfehler. Ausfall der Förderbrücke 14 bis 16 Tage. Produktionsausfall pro Tag im Abraum 35 000 cbm, entspricht in der Kohlefreilegung pro Tag 9 000 t Rohkohle.

Im Stickstoffwerk Piesteritz, [Bezirk] Halle, mussten die Karbidöfen wegen Strommangel abgeschaltet werden. Produktionsausfall ca. 39 000 kg Karbid = 12 870 DM.

Am 20.5.1955 fiel in der Papierfabrik Grünhainichen, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, die Lokomobile wegen Totalschaden aus. Produktionsausfall: 24 m Schleifholz = 16 t Holzschliff täglich.

Am 18.5.[1955] explodierte im VEB Papierfabrik Golzern, [Bezirk] Leipzig, die 2 000 PS-Dampfmaschine. Maschinenschaden: ca. 50 bis 60 000 DM. Produktionsausfall täglich 10 bis 11 t Holzschliff.

Am 22.5.[1955] fiel im Industriewerk Ludwigsfelde, [Bezirk] Potsdam, ein Kompressor aus. Ursache: Zylinderblock vollkommen zerrissen. Durch den Ausfall konnte eine Sonderschicht von zwanzig Mann nicht durchgeführt werden.

Am 19.5.1955 gegen 19.25 Uhr brach im Kraftwerk Trattendorf im Gerüst des Bunkerschwerbaues ein Brand aus. Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr wurde der Brand gegen 20.00 Uhr gelöscht. Durch den Brand war das gesamte Bauobjekt gefährdet. Die Turbine wurde wegen Brandgefahr und Wasserschaden angehalten. Ursache noch nicht geklärt.

Im Maschinenraum des Baggers IV im Tagebau des Kombinates Espenhain wurde ein Zettel, dessen Inhalt sich gegen die Normen richtete und zur »Arbeitelangsambewegung« aufrief, gefunden.

Im VEB Phänomenwerk Bautzen wurden in der Klosettanlage Hakenkreuzfahnen angeschmiert.

Im VEB Maschinenbau Nordhausen, [Bezirk] Erfurt, Werk III wurde ebenfalls auf einer Toilette ein Hakenkreuz und dazu der Text: »Die gute alte Zeit! « angeschmiert.

Im Frauenklosett des Bahnhofes Gröditz, [Kreis] Riesa, wurden Hetzparolen gegen die DDR angeschmiert.

In der Halle 19 des VEB »Heinrich Rau«16 wurde ein faschistisches Lied gesungen.

In der Nacht vom 19. zum 20.5.[1955] wurde der 2. FDJ-Sekretär aus dem gleichen Betrieb von mehreren Personen provoziert und niedergeschlagen.

In der Nacht zum 21.5.[1955] wurde im VEB Hebewerkzeug Abus Sebnitz, [Bezirk] Dresden, an dem Autokran Nr. 10 eine Kulisse des Kühlerthermostabes eingedrückt und an den Autokran Nr. 8 wurde der Scheibenwischer verdrückt, sodass er unbrauchbar wurde. Der Autokran Nr. 9 wurde gewaltsam zerbrochen.

In der Nacht zum 18.5.[1955] wurde im VEB Sägewerk Bützow, [Bezirk] Potsdam, der Treibriemen des kleinen Sägegatters an verschiedenen Stellen zerschnitten und ca. 9 m wurden entwendet.

Versorgung der Bevölkerung

Bei der Versorgung der Bevölkerung mit HO-Margarine17 treten in der letzten Zeit erhebliche Schwierigkeiten auf.

In verschiedenen Fällen kommt es bereits zu Schlangenbildungen, weil die Anlieferung an die einzelnen Verkaufsstellen zu gering ist und der Bedarf der Bevölkerung an Margarine vor dem Pfingstfest besonders hoch ist.

So kam es z. B. in den Vormittagsstunden des 21.5.1955 in einzelnen Verkaufsstellen in Stendal, [Bezirk] Magdeburg, beim Einkauf von Margarine zu größeren Menschenansammlungen. Von einzelnen Personen wurden dabei provokatorische Äußerungen gemacht wie: »Ihr wollt wohl gerne wieder den 17.6.18 haben?« Oder: »Wenn wir keine Margarine erhalten, werden wir zu einer Protestdemonstration antreten.«

Käuferschlangen bildeten sich auch vor HO-Geschäften in Osterburg, [Bezirk] Magdeburg. Hier war der Andrang so groß, dass eine Fensterscheibe zerdrückt wurde und die VP eingreifen musste. Ähnliche Situationen gab es auch am 21. und 23.5.[1955] in Havelberg und Magdeburg.

Auch in mehreren HO-Lebensmittelverkaufsstellen in Eilenburg, [Bezirk] Leipzig, kam es am 21.5.[1955] zu größeren Menschenansammlungen. Dabei wurde von verschiedenen Personen zum Ausdruck gebracht: »Wir schlagen alles kaputt, wir schicken Arbeiterkontrollen!«

Am 18.5.[1955] wurden in den Verkaufsstellen Torgau, [Bezirk]Leipzig Margarine angeliefert. Es bildeten sich sofort Käuferschlangen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen, sodass die VP eingreifen und Ordnung schaffen musste.

Aus dem Bezirk Neubrandenburg wird dazu Folgendes berichtet: Aufgrund der mangelhaften Versorgung der Bevölkerung mit Margarine traten negative Stimmungen auf, die nicht unterschätzt werden dürfen. Das zeigt folgendes Beispiel aus dem Kreis Neubrandenburg:

Am Freitag den 20.5.[1955] kam es in Friedland, [Kreis] Neubrandenburg, im HO-Geschäft zu tumultartigen Szenen. Im HO-Geschäft in der Turmstraße wurden nunmehr zum 3. Male die Scheiben auf dem Ladentisch eingedrückt, sodass die Polizei eingreifen musste. Die Volkspolizisten diskutierten mit der Bevölkerung und sagten, dass die Margarine erst am nächsten Tag verkauft wird. Die Frauen beschimpften dabei z. B. einen Genossen: »Du vollgefressenes Schwein hast wahrscheinlich zu fressen. Wir wissen aber nicht, was wir unseren Männern und Kindern auf die Schnitten geben sollen.«

Aufgrund der erregten Stimmung war ein Verkauf einfach unmöglich. Als sich jedoch ein großer Teil der Personen verlaufen hatte, gab der Revierleiter der VP den Verkauf frei. Die Auswirkungen waren, dass die Frauen, die weggegangen waren, nun ebenfalls in größte Wut gerieten, vor der VP-Dienststelle ausspuckten und die VP mit Schimpfworten übelster Art bezeichneten und sie Lügner nannten.

Im HO-Geschäft Salower Weg19 kam es sogar zu einer Schlägerei unter den Kunden.

In den Diskussionen über den Mangel an HO Margarine wird zum Ausdruck gebracht, dass es bei uns in der DDR nicht wie das vorgesehen gewesen sei, aufwärts ginge, sondern dass sich die Lebenslage immer mehr verschlechterte. Wie tief wir schon gesunken seien, beweise, dass es noch nicht einmal Margarine zu kaufen gibt.

Verkäuferinnen diskutierten darüber, dass sie von der Bevölkerung immer für den Mangel an bestimmten Waren verantwortlich gemacht würden.

So sagte z. B. eine Verkäuferin aus der Verkaufsstelle 9 in der Steinstraße in Eilenburg, [Bezirk] Leipzig: »Ich habe Angst, dass wir noch einmal verprügelt werden. Lieber kündige ich meinen Dienst in der HO

Wie bereits des Öfteren berichtet, kann der Bedarf der Bevölkerung an Weißbrot und Brötchen nicht überall voll gedeckt werden. Schon in den frühen Morgenstunden sind in verschiedenen Verkaufsstellen diese Waren ausverkauft, wie z. B. in mehreren Gemeinden des Kreises Bitterfeld, [Bezirk] Halle, bereits eine Stunde nach Ladenöffnung der Fall ist. Weißbrot wird dort von den Bäckern nur auf Bestellen an Magenkranke geliefert.

In Kyritz, [Bezirk] Potsdam, ist man ebenfalls dazu übergegangen, Weißbrot nur noch auf Attest zu verkaufen.

In Wittstock, [Bezirk] Potsdam, stehen die Hausfrauen bereits in den frühen Morgenstunden vor den Geschäften.

Dort wird Mehl nur in solchen kleinen Mengen zugeteilt, dass z. B. eine Konsumbäckerei nur acht Weißbrote und 100 Schrippen backen kann.

Weiterhin ist auch ein verstärkter Einkauf von Mehl zu verzeichnen, da die Bevölkerung dieses zu Privatbäckern bringt, um sich dort Brot und Brötchen backen zu lassen.

Der überhöhte Aufkauf von Weißbrot ist auf die neue Brotsorte zurückzuführen, die nach wie vor von der Bevölkerung abgelehnt wird.

Die Lage in der Landwirtschaft

Über die politischen Tagesereignisse wird von der Landbevölkerung nicht im großen Umfange diskutiert.

Die bekannt gewordenen Stimmen kommen vor allem aus dem sozialistischen Sektor der Landwirtschaft und sind zum größten Teil positiv. Es wird darin zum Ausdruck gebracht, dass die Warschauer Konferenz entsprechend der Lage richtig gewesen und zu begrüßen ist und dass man den Pariser Verträgen nicht tatenlos zusehen kann, sondern sich auch sichern muss. Auf Grund dieser Situation ergab sich die Notwendigkeit des Abschlusses eines Vertrages zwischen den friedliebenden Staaten, damit das Weltfriedenslager gesichert ist, wenn die aggressiven Mächte es wagen sollten, eines der Länder, die den Vertrag unterzeichnet haben, anzugreifen. Besonders wird dabei auch die Rolle der DDR herausgestellt, die durch die Unterzeichnung des Warschauer Vertrages noch fester in dem Weltfriedenslager steht. Weiter wird herausgestellt, dass es nun auch darauf ankommt, alle unsere Kräfte einzusetzen, damit endlich ein einheitliches und friedliebendes Deutschland geschaffen wird.

Vereinzelt erklärten Genossenschaftsbauern und Arbeiter der MTS, dass es für das deutsche Volk nichts Besseres geben kann, als sich an einem Friedensakt zu beteiligen, damit die friedliebenden Staaten und unsere Republik nicht überfallen werden können, und es deshalb auch notwendig ist, unsere Errungenschaften zu schützen, damit die Bauern nicht wieder für die Junker und Großgrundbesitzer arbeiten brauchen.

Besonders wird auch immer wieder die Rolle der SU herausgestellt, die es wieder einmal verstanden hat, einen Weg zur Entspannung der internationalen Lage zu finden. Es wird auch die Ausdauer der SU bewundert, die nichts unversucht lässt, den Frieden zu erhalten und eine Viermächteverhandlung, auf der die Lösung der deutschen Frage behandelt werden soll, herbeizuführen.

Große Beachtung finden auch die Abrüstungsvorschläge der SU, durch deren Realisierung die strittigen internationalen Fragen auf friedlichem Wege gelöst werden können. Damit wird gleichzeitig die Haltung der USA verurteilt, die diese Vorschläge, die ja nur dem Frieden dienen, nicht annehmen wolle.20

Vereinzelt gibt es aber auch solche Stimmen, in denen Unklarheiten über die Bedeutung und den Charakter der Warschauer Konferenz zum Ausdruck kommen. Es wird dazu erklärt, dass kein Unterschied zwischen dem Warschauer und dem Pariser Vertrag bestünde, und das mit dem Abschluss des Warschauer Vertrages nur die Spannung weiter verschärft worden sei.

Dazu sagte z. B. ein Schlosser von der MTS Grammerin,21 [Kreis] Neustrelitz, [Bezirk] Neubrandenburg: »Auf der einen Seite schließen sich die kapitalistischen Länder zusammen und auf der anderen Seite die sozialistischen. Viel Unterschied ist hierbei nicht vorhanden. Lediglich werden zwei Fronten geschaffen.«

Der Abschluss des Staatsvertrages mit Österreich hat auch unter der Landbevölkerung wieder verstärkt die Forderung nach dem Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland22 hervorgerufen. In den Diskussionen kommt auch immer wieder diese Forderung zum Ausdruck und es wird betont, dass der Österreichische Staatsvertrag für uns Deutsche beispielgebend ist und man deshalb alle Kräfte anspannen müsste, auch bei uns nun ein geeintes Deutschland und den Abschluss eines Friedensvertrages zu erkämpfen.

Ein werktätiger Bauer aus Fischbach,23 [Kreis] Hildburghausen, [Bezirk] Suhl, sagte z. B.: »Die Regelung der Österreich-Frage ist eine feine Sache. Die gibt uns Hoffnung und die Aussicht auf Möglichkeiten zur Lösung der deutschen Frage.«

Die KVP-Werbung weist wie in den Vortagen keine wesentlichen neuen Momente auf. Es wird nur immer wieder festgestellt, dass die Werbung in der Landwirtschaft auf das Argument »der Landwirtschaft keine Arbeitskräfte entziehen« stößt. In den Diskussionen kommt deshalb immer wieder zum Ausdruck, lieber Kräfte für die KVP aus der Stadt zu werben, da es in der Landwirtschaft sowieso wenig Arbeitskräfte gibt.

So äußerte sich ein Genossenschaftsbauer aus der LPG Wildgarten, [Kreis] Röbel, [Bezirk] Neubrandenburg: »Ich sehe die Maßnahmen zur Verteidigung unserer Republik ein. Aber jeder Jugendliche, der die LPG verlässt, hinterlässt eine Lücke.«

Verschiedentlich werden Erfolge in der Werbung durch negative Elemente zunichte gemacht.

So führte z. B. ein ehemaliger VP-Angehöriger auf dem VEG Selchow, [Kreis] Königs Wusterhausen, [Bezirk] Potsdam, negative Diskussionen über die KVP, worauf sich die drei Jugendlichen dieses Gutes weigerten, in die KVP einzutreten.

Mangel an Saatkartoffeln besteht noch in einigen landwirtschaftlichen Betrieben. Dieser Mangel ist zum Teil auf eine schlechte Verteilung auf die verschiedenen Betriebe zurückzuführen. Immer wieder gibt es Beispiele, wo Betriebe größere Mengen Saatkartoffeln erhielten, ohne dass diese bestellt waren.

Zum Beispiel wurden den Gemeinden Zirkow und Koswand, [Bezirk] Rostock, je zwei Tonnen Saatkartoffeln geliefert, ohne dass diese überhaupt angefordert waren. Im Gegensatz dazu fehlen auf der LPG Kamminke des gleichen Bezirkes noch 80 Zentner Kartoffeln, die der Rat des Kreises Wolgast nicht beschaffen kann.

Außerdem fehlen Saatkartoffeln in dem Kreisgebiet Zossen ([Bezirk] Potsdam) insgesamt 173 t, in den zwei BHG des Bereiches Bitterfeld ([Bezirk] Halle) einige Tonnen, im Bezirk Rostock ca. 2 590 t laut Meldung der Kreisorgane, in dem MTS-Bereich Severin, [Kreis] Parchim, [Bezirk] Schwerin, für ca. 20 ha, in Parchim, ([Bezirk] Schwerin) für ca. 100 ha Acker, im MTS-Bereich Großzössen – [Kreis] Borna, [Bezirk] Leipzig, ca. 297 dz.

In der LPG Calberwisch, [Kreis] Osterburg, [Bezirk] Magdeburg, ist die Stimmung der Mitglieder schlecht. In einer Vollversammlung war der Hauptdiskussionspunkt: Austritt aus der Genossenschaft. Es wurde die Festsetzung der Arbeitseinheiten24 auf 7,50 DM sowie die Umwandlung der LPG in ein VEG gefordert. Selbst die Genossen vertraten auf dieser Versammlung nicht die Linie der Partei und äußerten sich nicht zu den aufgetretenen Diskussionen. Besonders negativ trat der Brigadier Kühne25 in Erscheinung. Er nahm an einer Leitungssitzung der BPO teil und teilte den Kollegen am nächsten Tage mit, dass sie nur noch 3,00 DM pro Einheit bekämen. Zur Arbeitsniederlegung ist es durch gute Agitationsarbeit nicht gekommen.

Nach wie vor hat unsere Viehwirtschaft größere Schäden durch Krankheit und Verenden des Viehes aufgrund verschiedenster Ursachen.

In der Gemeinde Beesenstedt, [Bezirk] Halle, wurden die Schweine mit einem Serum gegen Rotlauf26 geimpft. In den Ortsteilen Zörnitz und Nauendorf erkrankten 50 Schweine durch diese Impfung. Vier Schweine sind bereits verendet.

Am 20.5.1955 ist in dem Schweinekombinat Maxhütte in Zwickau, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, der Rotlauf ausgebrochen. Bis zum 23.5.1955 waren 52 Schweine durch Rotlauf verendet. Schutzimpfungen wurden hier durchgeführt. Die Ursache ist bisher noch nicht bekannt.

Unter dem Rinderbestand der LPG Polzow, [Kreis] Pasewalk, [Bezirk] Neubrandenburg, ist am 16.5.1955 die Flechtenkrankheit ausgebrochen. Bestand 84 Stück, davon 74 erkrankt und vier verendet. Von Seiten des Kreistierarztes wurden keine Sperrmaßnahmen angeordnet.

In der letzten Zeit sind in der LPG Glebitzsch, [Kreis] Bitterfeld, [Bezirk] Halle, von 400 Ferkeln ungefähr 300 Stück verendet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich einmal die Ställe, welche von den Mitgliedern gebaut wurden, nicht für eine Ferkelzucht eignen und es zum anderen an Stroh fehlt.

In der Gemeinde Schwanheide, [Kreis] Hagenow, [Bezirk] Schwerin, brannte die Scheune eines LPG-Bauern am 20.5.1955 gegen 12.55 Uhr nieder. Es wird vermutet, dass die Scheune durch Funkenflug in Brand geriet, Schaden ca. 2 000 DM.

Am 13.5.1955 gegen 13.15 Uhr brannten ein Schweinestall und zwei Schweinehütten in dem VEG Sabinenkloster, [Kreis] Prenzlau, [Bezirk] Neubrandenburg.

Gebäudeschaden ca. 8 000 DM, des Weiteren verbrannten 33 Sauen und 100 Ferkel (Wert ca. 10 000 DM). Die Ermittlung über die Brandursache ist zurzeit noch im Gange.

Am 16.5.1955 wurde in der LPG Radensleben, [Bezirk] Potsdam, im Ausbau Radehorst festgestellt, dass einige Schweine Nägel kauen. Beim Absuchen der Schweinebuchten wurden ca. 20 ½-zöllige27 gestanzte Nägel gefunden. Die Ermittlungen ergaben, dass diese Nägel von zwei Jugendlichen (15 und 16 Jahre), die als Zimmerlehrling mit Neu- und Umbauten dort beschäftigt sind, in die Schweinebuchten geworfen wurden.

In der Nacht vom 16. zum 19.5.1955 stahlen zwei Landarbeiter in der LPG Ammensleben, [Kreis] Wolmirstedt, zwei Schweine im Gewicht von je zwei Zentner. Es ergab sich bei den Ermittlungen, dass beide Täter erst am 18.4.1955 aus Westdeutschland zuwanderten. Es erfolgte Festnahme.

Am 15.5.1955 wurde in der LPG Walsleben, [Kreis] Neuruppin, [Bezirk] Potsdam, bemerkt, dass der neuerbaute Elektrozaun um die Koppel an einer Stelle unterbrochen war. Es wurde angenommen, dass das Jungvieh die Leitung an einer Stelle zerrissen hat.

Am 16.5.1955 wurde von einem Landarbeiter bemerkt, dass das gesamte Vieh die Koppel verlassen hat. Festgestellt wurde, dass die Leitung am Eingangstor ausgehakt war und in der Koppel lag. Er werden weitere Ermittlungen geführt.

Bei einer Flurbegehung in der LPG »Roter Oktober« Bräunsdorf, [Kreis] Freital, wurde festgestellt, dass von etwa 1 000 neuangepflanzten Fichten bei 80 bis 100 Kronen abgeschnitten waren.

In der MTS Teuchern, [Kreis] Hohenmölsen, [Bezirk] Halle, wurden an einer Drillmaschine, die unbewacht in der Flur abgestellt war, die beiden Spurenanzeiger mit Gewalt verbogen und der Maschine noch andere Beschädigungen zugefügt.

In der Gemeinde Schochwitz, Saalkreis, [Bezirk] Halle, ist ein schweres Hagelunwetter niedergegangen. Auf den Feldern wurden die Kulturen Winterraps und Winterroggen durch Hagelschlag sehr beschädigt. Der Schaden beträgt ca. 15 000 DM.

In Knappenrode, [Kreis] Senftenberg, [Bezirk] Cottbus, ist ein Staubecken errichtet worden. Dazu ist eine Million an Investitionen ausgegeben worden, um in Richtung Hoyerswerda Beregnungsanlangen für die Landwirtschaft zu bauen. Jetzt ist das Objekt so weit, dass sofort 275 ha Land beregnet werden könne.

Das Amt für Wasserwirtschaft in Berlin gibt aber die erforderlichen Mittel zur Inbetriebnahme der Anlage nicht frei, sodass praktisch die Investitionen umsonst ausgegeben wurden. Die Bauern von Zeissig-Hoyerswerda verstehen diese Wirtschaftsanweisung nicht, weil gerade bei ihnen ein Grundwasserentzug ist und sie durch künstliche Beregnung eine Steigerung ihrer Erträge erreichen würden.

Ereignisse von besonderer Bedeutung

Die Zahl der Ruhrerkrankungen in Stadt- und Landkreis Brandenburg, [Bezirk] Potsdam, hat sich um weitere Fälle erhöht, sodass die Zahl der Gesamterkrankungen auf 201 gestiegen ist.

Einschätzung der Situation

Im Verhältnis zu der Wichtigkeit der gegenwärtigen politischen Probleme, wie Warschauer Konferenz, Abrüstungsvorschläge der SU, Abschluss des Staatsvertrages mit Österreich sind die Diskussionen der Bevölkerung nur schwach. Es diskutieren vorwiegend nur fortschrittliche Kräfte, demzufolge sind die Stellungnahmen auch überwiegend positiv.

Die Diskussionen zur Volkskammertagung28 sind gering. Äußerungen dazu werden meist in Verbindung mit der Warschauer Konferenz gebracht.

Die im geringen Maße aufgetretenen negativen Äußerungen enthalten vor allem Hetze gegen die SU und lassen sehr oft den Einfluss der West-Propaganda erkennen.

Die Haltung zur KVP-Werbung hat in den letzten Tagen keine wesentliche Veränderung erfahren.

In der Industrie ist die Zahl der Produktionsstörungen in dem Braunkohlenbergbau erheblich.

Infolge sehr schlechter Versorgung mit HO-Margarine gesteigert durch den erhöhten Bedarf für die Pfingstfeiertage, kam es in einigen Bezirken zu negativen Erscheinungen.

In der Landwirtschaft treten örtliche Schwierigkeiten wegen des noch vorhandenen Mangels an Saatkartoffeln auf. Bemerkenswert sind die anhaltenden Viehverluste aus verschiedentlichen Gründen.

Anlage 1 vom 25. Mai 1955 zum Informationsdienst Nr. 2452

Auswertung der Westsendungen

In der Hetze gegen die letzte Volkskammertagung konzentrieren sich die Westsender auf zwei Punkte. Das ist einmal die Abstimmung über den Warschauer Vertrag und zum anderen die Vorlage des Volkswirtschaftsplanes 1955.29

Die Stellungnahmen zum Warschauer Vertrag beschäftigen sich vor allem mit der Frage, warum die DDR nicht in das gemeinsame Oberkommando aufgenommen wurde und neben der Hetze, dass die von Ministerpräsident Otto Grotewohl30 dazu abgegebene Erklärung31 falsch sei, wird vor allem versucht, die Regierung der UdSSR zu verleumden.

Immer wieder klingt in den Sendungen die Tendenz durch, dass die SU gar nicht viel Interesse an der DDR habe und diese, wenn es im Interesse ihrer europäischen Politik liegt, »fallen lassen« würde. Ein solches »Interesse« bestünde dann, wenn die »Neutralisierung Deutschlands« erreicht werden soll. RIAS32 hetzt u. a. dazu:

»… Ihnen wird der schreckliche Verdacht aufgestiegen sein, dass die große SU unter gewissen Voraussetzungen bereit sein könnte, das SED-System und damit die Existenz jeder einzelnen von ihnen ihrer außenpolitischen Strategie zu opfern.«

und beim Londoner Rundfunk33 heißt es:

»… die Ausklammerung der Sowjetzone hat nicht militärische, sondern diplomatische Gründe und gerade deshalb sind die kommunistischen Machthaber der Sowjetzone zweifellos aufs Tiefste beunruhigt. Es liegt nämlich auf der Hand, dass Moskau die restlose Eingliederung der Zone in den sowjetischen Militärblock noch nicht wünscht, weil es diesen Vasallenstaat als ein Handelsobjekt betrachtet, das sein unter Umständen gegen die Neutralisierung Deutschlands eintauschen möchte.«

Die Beeinflussung der Bevölkerung geschieht dabei noch mit der Behauptung, dass die DDR nicht souverän ist und dass nach wie vor vollkommene Abhängigkeit von der SU bestünde.

RIAS hetzt: »… Also, die Aufrüstung der Sowjetzone ist vertagt und damit auch ihre Gleichberechtigung mit Albanien, Polen usw. Die DDR bleibt ein Satellit zweiter Klasse.«

Die Kommentare zum Volkswirtschaftsplan 1955 verfolgen hauptsächlich das Ziel, die »Unfähigkeit der Planung« zu behaupten. Schwächen in der Planerfüllung werden immer wieder auf schlechte Planung zurückgeführt, ohne überhaupt andere Faktoren in Betracht zu ziehen.

Daneben wird besonders der Umstand hervorgehoben, dass der Volkswirtschaftsplan 1955 erst nach Ablauf des I. Quartals verabschiedet wird und man führt zur Begründung an, dass dies auf »die Unsicherheit innerhalb des sozialistischen Lagers« zurückzuführen ist, das heißt die Umstellung einiger Produktionszweige in der SU hätte eine frühere Planung seitens der DDR nicht zugelassen. Zum anderen habe auch die »Bevorzugung der Schwerindustrie in der DDR« die Planaufstellung verzögert.

Der Sender »Freies Berlin«34 sagte dazu u. a.: …»die zweite Ursache liegt in der eindeutigen Neuorientierung der sowjetischen Wirtschaft zur Bevorzugung der Schwerindustrie auf Kosten der Konsumgüterversorgung. Der sogenannte Neue Kurs,35 von jeher stark umstritten, ist endgültig tot. In der Beschlussvorlage der Volkskammer ist dieser Begriff nicht ein einziges Mal mehr zu finden.«

Zur Beeinflussung der Werktätigen in der volkseigenen Wirtschaft – dabei vor allem der Intelligenz – hatte RIAS an anderer Stelle, dass sie so späte Veröffentlichung des Planes für 1955 »Verluste für die Intelligenzprämie«36 und den Direktorenfond37 mit sich bringt.

Zum Beispiel heißt es dazu:

»… Die Nichtzahlung von Intelligenzprämie und die geringeren Zuführungen zum Direktorenfond sind nur eine Folge des Planungsdurcheinanders im 1. Quartal 1955. Sie sind nur ein Beispiel, wie sich Fehler und Verzögerungen in der Planung auswirken. Über diese Auswirkungen wird jedoch kaum oder überhaupt nicht gesprochen. Umso ausführlicher spricht man darüber, wie am Arbeitsplatz fehlerfrei und ohne Wartezeiten gearbeitet werden soll. Wenn es um Feststellung der Verlustzeiten am Arbeitsplatz geht, dann wird haarscharf kalkuliert, wenn es um Fehler und Verlustzeiten in der allgemeinen Wirtschaftsführung geht, dann begnügt man sich mit einigen allgemeinen Redensarten.«

Im gleichen Zusammenhang werden auch die Einzelbauern angesprochen und mit Kommentaren zu den einzelnen Planzahlen für die Landwirtschaft soll dieser Personenkreis ebenfalls gegen die Politik unserer Regierung beeinflusst werden. Es wird von »unerfüllbaren Forderungen« gesprochen und RIAS hetzt dann weiter:

»Wenn die SED trotzdem eine solche unerfüllbare Forderung an die Landwirtschaft, vor allem an die selbstständigen Bauern stellt, so kann das nur gedeutet werden als die Vorbereitung einer Ausrede für den Fall, dass sich die Ernährungslage noch weiter verschlechtern sollte.«

Gegenstand der weiterhin anhaltenden Hetze gegen unsere Verteidigungsmaßnahmen sind im verstärkten Maße die KVP-Werbung und weiterhin unsere Kampfgruppe.

In mehreren Sendungen über die KVP-Werbung zeigt sich das Ziel, die Jugendlichen der DDR zu beunruhigen, indem man von den verschiedensten »Werbemethoden« spricht. Zusammengefasst wird dies mit der Behauptung, dass alle Maßnahmen »im Grunde genommen dieselben Auswirkungen haben wie eine Wehrdienstpflicht«.

RIAS sagte dazu u. a.:

»… Die Kommissionen sind beauftragt, Jugendliche, die negative Äußerungen machen, solange auszufragen, bis das Ausspracheprotokoll genügend Anhaltspunkte zu ihrer Kündigung im Betrieb oder zur Exmatrikulation bietet, wenn es sich um Studenten handelt.«

Als Beispiele für diese Lüge werden die Pädagogische Hochschule38 in Potsdam und Betriebe des Bezirkes Karl-Marx-Stadt genannt. Die Sender melden dazu:

Sender »Freies Berlin«: …»An der Pädagogischen Hochschule in Potsdam ist jetzt rund 60 Studenten von der Hochschulleitung und der FDJ-Gruppe mitgeteilt worden, dass ihnen jedes Stipendium und jede andere staatliche Unterstützung gestrichen wird, wenn sie nicht bis zum 1. Juli [1955] freiwillig ihren Eintritt in die kasernierte Volkspolizei erklären. Die nach politischen Gesichtspunkten ausgewählten Studenten sind etwa zu 70 % Mitglieder der SED und haben sich jedoch bisher allen Werbeaktionen für die kasernierte Volkspolizei entzogen.«

RIAS: …»Gerade eben erfuhr ich aus dem Bezirk Chemnitz,39 dass dort in verschiedenen Lehrwerkstätten und bei einigen Jugendbrigaden mehrfach gegen die KVP-Werbung gestreikt wurde. Das Mittel der Entlassung junger Menschen, um sie durch materielle Not zum Eintritt in die KVP zu zwingen, ist inzwischen ergänzt worden durch Lohnrückstufungen und Degradierungen von Facharbeitern zu Hilfsarbeitern, ohne allerding sichtbare Erfolge zu zeitigen.«

Nach der Feststellung, dass die FDJ-Sekretäre bei der Werbung eine entscheidende Rolle spielen, heißt es, dass dies beweise, dass »die FDJ heute das Werbebüro der sowjetischen Armee ist.«

Bei der Hetzte gegen die Kampfgruppe führt der RIAS folgende Argumente an, die bei der Ablehnung vorgebracht werden sollen.

»Die Verteidigung der DDR ist Angelegenheit der Regierung und nicht der Betriebsparteiorganisation. Wenn die Regierung es für notwendig hält, dass Verteidigungsmaßnahmen vorbereitet werden, dann muss das durch die Regierung beschlossen und angeordnet werden. Wir haben noch die Nase voll vom letzten Krieg und wollen nicht jetzt schon wieder als letztes Aufgebot und wie im Volkssturm40 im Schießen und Marschieren ausgebildet werden.

Wir haben als Kriegsgefangene in der Sowjetunion einen Revers unterschrieben und uns verpflichtet, nie wieder eine Waffe anzufassen. Niemand kann von uns verlangen, dass wir dieses den Sowjetmenschen gegebene Versprechen brechen.

Wenn es zu einem Kriege kommt, und die Kampfgruppen werden eingesetzt, dann sind wir Freischärler und Heckenschützen und können deshalb vom Feind an die Wand gestellt und erschossen werden.«

Als Mittel zum Fernbleiben von den Kampfgruppen führt der RIAS die Sanitätsgruppen des DRK an und sagt dazu:

»Den Ausführungen41 von Otto Buchwitz42 muss man entnehmen, dass der Dienst im DRK für den jungen Staat mindestens ebenso wertvoll und nützlich ist, wie der Dienst in den Kampfgruppen«.

Um Jugendliche vor der Verpflichtung zur KVP abzuhalten, sagte der RIAS in der gleichen Sendung:

»… einige jüngere Kollegen allerding waren der Ansicht, die Ausbildung in der Kampfgruppe sei immer noch angenehmer als zwei Jahre bei der Volkspolizei. Sie wurden Mitglieder der Kampfgruppen.«

Gleichzeitig popularisiert der Hetzsender die Forderung, Gewerkschaftsversammlungen, Produktionsberatungen usw. während der Arbeitszeit durchzuführen, da die Kampfgruppen ihre Schulungen und Schießübungen auch während der Arbeitszeit durchführt.

In einem angeblichen Hörerbrief43 an den RIAS heißt es über die Kampfgruppe:

»Meiner Meinung sind die Kampfgruppen, ihre Bewaffnung und ihr jetziges offenes Auftreten ein Resultat des 17. Juni, dass wir erst heute zu sehen kriegen. Wir sehen in jeder Kampfgruppe die Furcht der Partei. Deshalb schlage ich vor, wer will, sollte die Kampfgruppen FA nennen, Furchtabteilungen.«

Zur Versorgungslage wird immer wieder mit einzelnen Meldungen versucht, die Bevölkerung weiterhin zu beunruhigen.

So wird einmal gemeldet, dass die HO und der Konsum vom zuständigen Ministerium mitgeteilt bekommen habe, dass die Versorgung auf Karten in der zweiten Monatshälfte nicht gesichert ist und zum anderen soll durch Meldungen über Knappheit einzelner Waren in verschiedenen Kreisen weiterhin ein verstärkter Einkauf erreicht werden. Unter anderem wird besonders über Milchmangel berichtet.

Anlage 2 vom 24. Mai 1955 zum Informationsdienst Nr. 2452

Organisierte Feindtätigkeit

In der Zeit vom 19.5. bis 23.5.1955 wurden folgende Hetzschriften sichergestellt.

SPD-Ostbüro:44

  • Schwerin: 50, Kreis Parchim 5 000, Kreis Güstrow 382;

  • Karl-Marx-Stadt: in den Kreisen Annaberg, Auerbach und Plauen 1 500, Kreis Marienberg 50;

  • Erfurt: Kreis Arnstadt 6 000;

  • Gera: Kreis Greiz 100, Kreis Zeulenroda 15, Kreis Schleiz 8 600;

  • Dresden: Kreis Görlitz 40, Kreis Riesa 85, Kreis Kamenz 15;

  • Potsdam: Kreis Wittstock 4 000, Kreis Belzig 1 000, Kreis Gräfenhainichen 1 200;

  • Magdeburg: Kreis Burg 1 530;

  • Halle 1 000;

  • Leipzig: 25, Kreis Wurzen 70;

  • Suhl: Kreis Meiningen 12 000;

  • Frankfurt: 10 000, Kreis Strausberg 13 000;

  • Rostock 6 030;

  • Neubrandenburg 12.

NTS:45

  • Cottbus: Kreis Lübben 500;

  • Halle: 10 000, Kreis Hettstedt 10 000, Kreis Köthen 12, Kreis Artern 100, Kreis Roßlau 150, Kreis Bernburg 30;

  • Schwerin: Kreis Parchim 12 000, Kreis Lübz 5 000;

  • Neubrandenburg: Kreis Demmin 3 000;

  • Dresden: Kreis Bautzen 40, Kreis Niesky 20, Kreis Görlitz 10;

  • Suhl: 2 000;

  • Gera: Kreis Schleiz 600, Kreis Zeulenroda 120, Kreis Lobenstein 500,

  • Frankfurt 6 000.

Zope:46

  • Karl-Marx-Stadt: 10 000, in den Kreisen Werdau, Reichenbach, Johanngeorgenstadt, Annaberg, Plauen, Flöha, Marienberg und Zschopau 35 700.

KgU:47

  • Leipzig: Kreis Delitzsch 2 500, Schkeuditz 700, Kreis Eilenburg 400;

  • Karl-Marx-Stadt: Kreis Brand-Erbisdorf und Zwickau 30;

  • Halle 50;

  • Dresden: Kreis Niesky 6;

  • Frankfurt 2 000.

»Freie Junge Welt«:48

  • Rostock: 10, Kreis Greifswald 20;

  • Schwerin 600;

  • Cottbus: 1 020;

  • Dresden: Kreis Meißen 10;

  • Suhl 1 000.

Der Inhalt der Hetzschriften ist der gleiche, wie an den Vortagen.

In Altenburg wurden vier Hetzschriften (mit Maschine geschrieben) gefunden, die sich gegen die Kampfgruppen49 und die KVP richten.

An der Haustür der SVK Meißen, [Bezirk] Dresden, wurde ein mit Tinte geschriebener Hetzzettel gefunden. Text: »Die Regierung ist die SED und die SED ist die Partei. Die Halunken betrügen und belügen mit grenzenloser Frechheit das ganze deutsche Volk und die ganze Welt. Es ist höchste Zeit, Schluss zu machen mit dieser Sippschaft.«

Antidemokratische Tätigkeit

An einem Trafo-Häuschen in Rositz,50 [Kreis] Altenburg, [Bezirk] Leipzig, wurde neben die Losung »EVG – nee« in der Nacht zum 20.5.1955 mit einer schwer zu entfernenden Farbe »KVP – nee« geschrieben. In Bautzen wurden an eine Mauer drei Hakenkreuze angeschmiert.

Am 20.5.1955 wurde in dem Bahnhofshotel Königs Wusterhausen ([Bezirk] Potsdam) festgestellt, dass auf eine Tischdecke »es lebe der dritte Weltkrieg« geschrieben war.

In der Nacht zum 18.5.1955 wurde von bisher unbekannten Tätern in Rathenow, [Bezirk] Potsdam, ein Hakenkreuz angeschmiert.

In der Gemeinde Deetz, [Kreis] Brandenburg, [Bezirk] Potsdam, wurde ein Aushang angebracht, auf dem ein Jugendball mit der Kapelle der KVP bekannt gemacht wurde. Links unten wurde von bisher unbekannten Tätern mit Bleistift geschrieben »Anschließend große Werbung – wir sind nicht dumm.«51

Ein parteiloser Pionierleiter und Funktionär der FDJ von Gladigau, [Kreis] Osterburg, [Bezirk] Magdeburg, (Mitglied der GST und des FDGB) störte die öffentliche Parteiversammlung, indem er dem referierenden Vorsitzenden des Rates des Kreises in der Diskussion provozierte, hierbei tendenziöse Gerüchte verbreitete und den Referenten bedrohte. Bei der Hausdurchsuchung bei demselben wurden faschistische Literatur und Bilder vorgefunden (Festnahme erfolgte).

In der Nacht zum 20.5.1955 wurde ein Arbeiter aus Rheinsberg, [Bezirk] Potsdam, gegen einen KVP-Angehörigen tätlich und provozierte diesen. Er gebrauchte dabei u. a. die Worte »Euch müsste man alle vergasen«.

Der ABV52 von Fehrbellin, [Kreis] Neuruppin, [Bezirk] Potsdam, wurde am 19.5.1955 von einem Traktoristen in der HO-Gaststätte niedergeschlagen. Der ABV hatte den Traktoristen am 16.5.1955 mündlich verwarnt, weil dieser auf seinem Trecker mehrere Personen beförderte.

Im Kreisgebiet Luckenwalde, [Bezirk] Potsdam, ist neuerdings zu verzeichnen, dass von bisher unbekannten Tätern hauptamtliche Funktionäre der FDJ und Mitglieder der einzelnen Werbekommissionen tätlich angegriffen und Drohungen gegen diese ausgesprochen werden. So wurde z. B. eine Jugendfreundin in der Nacht vom 15. zum 16.5.[1955], als sie von der Bezirksdelegiertenkonferenz kam, tätlich angegriffen. Der Täter konnte unerkannt entkommen.

Bei der Mutter einer Jugendfreundin, die hauptamtlich FDJ-Funktionär ist, sprach ein Jugendlicher vor und sagte, dass sie sich nicht mehr in dem Gebiet von Felgentreu sehen lassen soll, sonst würde sie »Dresche« erhalten.

Ähnliche Äußerungen wurden gegenüber der Werbekommission in dem VEB Blankschrauben53 geäußert. Ermittlungen werden geführt.

Am 18.5.1955 gegen 1.00 Uhr versuchten zwei Angestellte (Deutsche)54 der sowjetischen Handelsabteilung in Perleberg, [Bezirk] Magdeburg, mit Gewalt Eintritt in eine geschlossene Gesellschaft zu bekommen (dabei bedienten sie sich der russischen Sprache). Bei der Feststellung der Personalien durch einen Angehörigen der Abteilung K setzte sich ein Fahrer zur Wehr und schlug auf den VP-Angehörigen ein. Die beiden Angestellten wurden festgenommen.

Gerüchte

Zwei Hausfrauen aus Eilenburg, [Bezirk] Leipzig, verbreiten das Gerücht, dass in Kürze bekannt gemacht wird, dass die Frauen ebenfalls erst ab 65 Jahre Rente erhalten.55 Sie würden den Männern gleichgestellt.

In der Gemeinde Weinböhla, [Kreis] Meißen, [Bezirk] Dresden, wird das Gerücht verbreitet, dass ein Einwohner, welcher seit 1942 vermisst war, jetzt aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt ist. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Unter den Frauen von Weinböhla, deren Männer ebenfalls vermisst sind, hat dieses lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Vor allem unter den Angehörigen des genannten Einwohners.

Es wurde in Erfahrung gebracht, dass in dem Kreiskonsum Pritzwalk, [Bezirk] Potsdam, das Gerücht umläuft, »im August käme eine politische Wende, davor würden aber noch neuen blutige Tage kommen«. Ein Kollege hat dann gesagt, das wäre viel zu wenig. Auf die Frage, ob das nicht genüge, antwortete er: »Nein in dieser Zeit bekommen wir nicht alle aufgehängt.«

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