Zur Beurteilung der Situation in der DDR
17. Juni 1955
Informationsdienst Nr. 2459 zur Beurteilung der Situation in der DDR
Zur Lage in Industrie und Verkehr
Bei den Diskussionen über politische Probleme der Werktätigen in den Industrie- und Verkehrsbetrieben steht auch in dieser Berichtsperiode die Note der SU an die Bonner Regierung1 im Mittelpunkt. Die positiven Äußerungen überwiegen und es zeigen sich dabei keine wesentlich neuen Argumente. Weiterhin werden diese Stellungnahmen von der Hoffnung auf baldige Herstellung der Einheit Deutschlands bestimmt.
Die negativen Stimmen sind verhältnismäßig gering, haben aber wieder etwas zugenommen. Neben den bereits bekannten feindlichen Argumenten tritt jetzt neu in Erscheinung, dass einige negative Elemente hoffen, dass Adenauer2 in Moskau die »Rückgabe der Ostgebiete« fordert, was als berechtigt angesehen wird.3
Darüber hinaus zeigt sich in den negativen Stellungnahmen allgemein eine Hetze gegen die SU und eine Befürwortung der westlichen Politik.
Über andere politische aktuelle Probleme wird sehr wenig, aber ebenfalls überwiegend positiv gesprochen.
Es treten nur vereinzelt negative Elemente offen mit ihrer feindlichen Einstellung hervor.
So wurde im Kunstseidenwerk Premnitz, [Bezirk] Potsdam, eine Unterschriftensammlung für die Freilassung der eingekerkerten Friedensfreunde in Westdeutschland durchgeführt.4 Ein Kollege verweigerte mit folgendem Bemerken seine Unterschrift: »Wenn du Unterschriften sammeln würdest für die [Name], würde ich mich nicht weigern. Aber für die (Angenfort5 und Seiffert6) gebe ich meinen Namen nicht.«
(Bei der [Name] handelt es sich um eine Person aus dem Betrieb, die wegen Anschmieren von Hetzlosungen inhaftiert wurde.)
Diskussionen über den 17. Juni7 sind gleichfalls nicht umfangreich. Von fortschrittlichen Kräften wird zum Ausdruck gebracht, dass sich auf keinen Fall so ein faschistischer Putschversuch8 wie am 17.6.1953 wiederholen darf. Dafür müssten alle Werktätigen sorgen, da es ja um die Erhaltung des Volkseigentums geht.
Zum Beispiel sagte ein Arbeiter (parteilos) aus dem EMW Eisenach, [Bezirk] Erfurt: »Einen nochmaligen 17. Juni werden wir diesmal mit allen Mitteln schon im Keime ersticken. Wir sind nicht gewillt, durch Verbrecher unsere Arbeitsstätten vernichten und unsere Arbeit sabotieren zu lassen.«
Eine Arbeiterin aus dem gleichen Betrieb: »Hätten wir schon früher, genau wie in der SU, die Kampfgruppen9 aufgestellt, wäre es bestimmt nicht zum 17. Juni gekommen. Aber nicht nur die Volkspolizei und die Kampfgruppen sind für den Schutz verantwortlich, sondern die ganze Belegschaft. Es ist Pflicht eines Jeden, Augen und Ohren offen zu halten und alles Verdächtige sofort den zuständigen Stellen zu melden.«
Größtenteils sind es negative Elemente, die den 17. Juni erwähnen. Entweder sie sprechen ihr »Bedauern« darüber aus, dass der 17. Juni 1953 nicht »geklappt« hat, oder sie benutzen die verschiedensten Anlässe, mit einem neuen 17. Juni zu drohen. Auch kommt es vereinzelt zu provokatorischen Erscheinungen.
Zum Beispiel versuchten im VEB Schamott Werk Eisenberg, [Bezirk] Gera, am 15.6.1955 zwei Arbeiter, die Kollegen zu einem Sitzstreik aufzufordern, um die bestehenden Normen rückgängig zu machen.
(Ein Arbeiter davon trat bereits am 17. Juni 1953 negativ in Erscheinung.)
In den ABUS-Werken Schwerin beriefen am 15.6.1955 die E-Schweißer eine Versammlung ein, in der sie mit folgenden Forderungen auftraten: »Statt Magermilch wollen sie Vollmilch und anstatt der Lebensmittelkarte ›C‹ die Lebensmittelkarte ›B‹ haben.10 Außerdem forderten die Versammelten, dass am 17.6.[1955] um 14.00 Uhr ein Vertreter von der Abteilung Handel und Versorgung in das Werk kommen sollte, um diese Frage zu klären.«
Unmittelbar nach dem 17. Juni 1953 wurde in der Neptunwerft in Rostock von der Mehrheit der E-Schweißer gefordert, eine Lohnerhöhung von 15 % zu gewähren, da zum großen Teil schlechte Arbeitsbedingungen vorherrschten. Diese Forderung wurde damals erfüllt.
Da inzwischen verbesserte Arbeitsbedingungen geschaffen wurden, ist es jetzt nicht mehr erforderlich, diese 15 % zu zahlen. Von einem Normenbearbeiter wurde deshalb der Vorschlag gemacht, diese 15 % vor dem 17. Juni 1955 zu streichen. Eine Regelung wurde bis jetzt noch nicht getroffen. Die Streichung der 15 % kann zu Unstimmigkeiten führen, da die E-Schweißer darauf beharren. Außerdem bilden die E-Schweißer einen Schwerpunkt in negativer Einsicht.
Im VEB (K) Bau Potsdam herrscht unter einigen Kollegen eine schlechte Stimmung, was sich auf die Arbeitsmoral auswirkt. So kommt es vor, dass Arbeiten, die den Kollegen nicht passen, nicht durchgeführt werden. In Diskussionen bringen sie zum Ausdruck, dass die Norm immer höher würde und sie dadurch wenig verdienen. Ein Kollege äußerte gegenüber dem BGL-Vorsitzenden: »Wenn sich manche Sachen im Betrieb nicht ändern, dann wird es genau wie vor zwei Jahren.«
Von einem Kollegen der Diesel-Lok-Abteilung des VEB Bau-Mechanik Leipzig wurde eine Resolution verfasst und von zehn Kollegen unterschrieben. Darin wurde eine Erhöhung des Urlaubs sowie Arbeitsbekleidung gefordert.
Diese Forderungen sollten bis zum 16.6.[1955] erfüllt werden. Es fand mit diesen Kollegen eine Aussprache statt und es konnte eine Klärung herbeigeführt werden.
Im VEB Kranbau in Schmalkalden, [Bezirk] Suhl, wurden in den letzten Tagen heftige Diskussionen wegen der Nachtschicht geführt. Es kam zu Äußerungen wie z. B.: »Wenn nicht sofort mit der Nachtschicht aufgehört wird, wird gestreikt.«
(In diesem Betrieb sind wegen der Nachtschicht schon einige Facharbeiter in Privatbetriebe übergewechselt.)
Aus Diskussionen der Bauarbeiter von der Bau-Union Kohle Lauchhammer, [Bezirk] Cottbus, war zu entnehmen, dass sie in versteckter Form den 17. Juni als ›Tag der Bauarbeiter‹ feiern wollen. Zum Beispiel sollte an diesem Tag ein Richtfest bei dem Wohnungsbau in Schippkau durchgeführt werden. (Maßnahmen wurden eingeleitet.)
Im Arbeiterzug auf der Strecke Magdeburg – Haldensleben äußerten einzelne Personen: »Am 17. Juni soll ein stiller Protest durchgeführt werden, indem im Konsum11 und in der HO12 nichts gekauft werden soll.«
Im Objekt 02 – Oberschlema – wurde ein negatives Element ermittelt, welches gegenüber von Kumpeln und auch im Schichtzug des Öfteren geäußert hatte: »Es muss bald ein neuer 17. Juni kommen, dieser Tag wird bald da sein.«
Ein Kraftfahrer aus Aue äußerte: »Es wird Zeit, dass uns Adenauer von den Lügen und der Ausbeutung befreit. Ich bin bereit, mit der Waffe in der Hand, die Kommunisten hinauszujagen. Ich habe mir schon welche gemerkt, die ich als erste umbringen werde.«
Neben den Erfolgen in der KVP-Werbung13 ist in einer ganzen Reihe von Betrieben unter den Jugendlichen wenig Bereitschaft zu verzeichnen. In vielen Äußerungen wird die Werbung als lästig bezeichnet. Des Öfteren wird von den Jugendlichen erklärt, dass es besser wäre, wenn eine allgemeine Wehrpflicht eingeführt würde, dann brauchten sie sich nicht freiwillig zu melden.
Wie bereits berichtet, häufen sich in letzter Zeit die Fälle, wo sich Jugendliche wegen der KVP-Werbung nach dem Westen absetzen.14
Im »Ernst-Thälmann-Werk« Magdeburg15 setzten sich im Monat Mai 26 Jugendliche ab und in der Zeit vom 1. bis 11.6.[1955] sind es bereits 27 Jugendliche, die nach dem Westen gegangen sind.
Im VEB Traktorenwerk Schönebeck, [Bezirk] Magdeburg, wurden seit dem 15.5.[1955] bis jetzt sechs Jugendliche flüchtig.
Im Kupferwerk Ilsenburg, [Bezirk] Magdeburg, ging ein Jugendlicher nach dem Westen, der sich vorher freiwillig zur KVP gemeldet hatte.
Im Reichsbahnausbesserungswerk Magdeburg-Salbke setzten sich in der Zeit vom 6. bis 11.6.1955 drei Jugendliche ab. Sie schrieben von drüben: »Wir wollen der westdeutschen Armee beitreten.«
Von der Reichsbahndirektion Magdeburg wurde ein Lehrausbilder republikflüchtig. Vorher hatte er einige Jugendliche negativ beeinflusst, sodass sie ihre Verpflichtung, zur KVP zu gehen, zurücknahmen.
In der Fachschule für Schwermaschinenbau in Leipzig haben sich seit Beginn der KVP-Werbung insgesamt elf Fachschüler abgesetzt. Sechs davon standen kurz vor ihrer Ingenieurprüfung. Alle Geflüchteten besaßen ein gutes Fachwissen und hätten ohne Weiteres die Abschlussprüfung bestanden.
In den Rathenower-Optischen-Werken, [Bezirk] Potsdam, wurde ein Ingenieur flüchtig. In einem Brief gab er an, dass er nach dem Westen gegangen sei, weil er laufend wegen der KVP-Werbung angesprochen wurde.
In letzter Zeit zeigt sich auch in den Reihen der Intelligenz verstärkt die Tendenz des Absetzens nach dem Westen. Bemerkenswert dabei ist, dass es sich vorwiegend um konzernverbundene sowie mit bereits Geflüchteten in Verbindung stehende Kräfte handelt.16
Zum Beispiel ist im Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld zu verzeichnen, dass die Zahl der Republikfluchten von Intelligenzlern in diesem Quartal dreimal höher liegt, als in den vergangenen Quartalen.
Am 8.6.[1955] wurde im VEB »Heinrich Rau« Wildau,17 [Bezirk] Potsdam, ein Konstrukteur flüchtig. Dieser arbeitet eng mit Intelligenzlern zusammen, die bereits vor einigen Wochen republikflüchtig wurden.
Im VEB Pumpenfabrik Oschersleben, [Bezirk] Magdeburg, wurde Anfang des Monats Juni der technische Leiter (Ingenieur) republikflüchtig. Er arbeitet jetzt in dem früheren Schwesternbetrieb des o. g. Werkes in Frankental. Er stand mit dem dortigen Betriebsleiter in Verbindung.
In dieser Berichtsperiode kommen aus den Betrieben der verschiedensten Industriezweige vorwiegend Klagen über Materialschwierigkeiten. Bei den Ursachen handelt es sich entweder um unregelmäßige Lieferungen der Zubringerbetriebe oder um verzögerte Importlieferungen aus dem kapitalistischen Ausland.
Die Auswirkungen sind immer wieder die gleichen und zwar:
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Nichterfüllung der Monatspläne;
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Behinderung des planmäßigen Produktionsablaufes;
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Schreiben von Wartestunden und schlechte Stimmung unter den Beschäftigten.
In nachstehenden Betrieben fehlt:
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VEB IKA Schneeberg, [Bezirk] Suhl (Messing);
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VEB Waggonbau Dessau, [Bezirk] Halle (Feinbleche);
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Schuhfabrik Freiberg, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt (Rohstoff-Import);
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VEB Veltak-Kachelfabrik in Velten, [Bezirk] Potsdam (Glasur und Bleimenge-Import);
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VEB Holzindustrie Hennigsdorf, [Bezirk] Potsdam, Zweigbetrieb Birkenwerder (Rohstoffe);
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VEB Kraftverkehr Meiningen, [Bezirk] Suhl (Ersatzteile für Autobusse) und
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VEB Verkehrsbetriebe Dresden (Bremsklötze) – aus dem Grunde mussten am 14.6.1955 zehn Beiwagen und vier Triebwagen außer Betrieb genommen werden.
In Karlshagen, [Kreis] Wolgast, [Bezirk] Rostock, lagern 700 t Rundeisen aller Stärken, welche nicht abverfügt werden, obwohl sie in allen Werften dringend benötigt werden. Verantwortlich ist der VEB Baustoffbergung Berlin, Außenstelle Karlshagen, [Kreis] Wolgast.
Produktionsstörungen
Im VEB Braunkohlenwerk Großkayna18, [Kreis] Merseburg, [Bezirk] Halle, stürzte infolge eingetretenen Regens und Nichtbeachtung der Arbeitsschutzbestimmungen vonseiten der Betriebsleitung eine E-Lok in einen 4 m tiefen Grabenbunker. Produktionsausfall: 30 000 t Rohkohle. Sachschaden:19 ca. 20 000 DM.
Im VEB Braunkohlenwerk Borna, [Bezirk] Leipzig, war der Bagger III wegen Kettenriss und im VEB Braunkohlenwerk Deutzen, [Bezirk] Leipzig, war infolge Lagerbruches der Bagger I außer Betrieb. Produktionsausfall: 1 600 cbm und 5 000 cbm Abraum.
Im VEB Stickstoffwerk Piesteritz, [Bezirk] Halle, entstand aus bisher ungeklärten Gründen ein Trafoschaden am Karbidofen VII. Produktionsausfall: 750 000 kg Karbid und Sachschaden: ca. 20 000 DM.
Zu antidemokratischen Schmierereien sowie zu Beschädigungen von Sichtwerbung kam es in dieser Berichtsperiode in einer Reihe von Betrieben. Bei den Schmierereien handelt es sich größtenteils um Hetze gegen die KVP, gegen die DDR und die SU.
Im Bahn Werk Leipzig-West wurden drei Bilder von führenden Funktionären beschmiert und im BW Leipzig-Hauptbahnhof wurde am 16.6.[1955] im Garderobenraum der Frauen ein Hitlerbild (12 × 17 cm) an die Wand geheftet, vorgefunden.
Am 17.6.[1955] wurde an einer Wand des ehemaligen Krauß-Werkes20 in Schwarzenberg, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, die Hetzlosung: »Es lebe der 17. Juni!« festgestellt.
An einer Wand in einer Toilette der Bau-Union Ueckermünde, [Bezirk] Neubrandenburg, wurde »Ein neuer 17. Juni ist nicht mehr weit – Ami, wann kommst du und befreist uns vom Kommunismus?« angeschmiert.
In der Halle 48 des RAW Kirchmöser, [Kreis] Brandenburg, wurde angeschmiert: »KVP nee-nee-nee!« Darunter wurden einige Hakenkreuze gemalt. Außerdem wurde in diesem RAW am 14.6.[1955] von bisher unbekannten Tätern versucht, in der neuerbauten Toilettenanlage einen Brand anzulegen. Dies wurde sofort bemerkt, dadurch konnte größerer Schaden verhindert werden.
Im Stahlwerk Gröditz, [Bezirk] Dresden, wurden zwei Hetzlosungen gegen einen führenden Funktionär; im Stahlwerk Riesa, [Bezirk] Dresden, eine Hetzlosung gegen einen Volkskammerabgeordneten; im VEB Maxhütte (in letzter Zeit verstärkt) Schmierereien, ebenfalls gegen führende Funktionäre sowie die Hetzlosung: »Die NATO bringt uns die Freiheit!« festgestellt.
Im Lokschuppen des Stahl- und Walzwerkes Brandenburg wurden am 13.6.1955 sieben Hakenkreuze angeschmiert.
Im Bahnbetriebswerk – Süd/Leipzig wurden auf ein Werbeplakat für das Nationale Aufbausparen die Worte: »Kriegssparkassenbuch« und »Kriegssparen« geschmiert.
In der Neptunwerft in Rostock wurden an einer Wandzeitung der Partei, Bilder von sowjetischen Genossen abgerissen.
Im VEB Volltuch Luckenwalde, [Bezirk] Potsdam, wurde das Gerücht verbreitet, dass 200 Kollegen aus dem Betrieb entlassen werden sollten. Dadurch war unter den Kollegen eine große Erregung zu verzeichnen. Den Kollegen wurde vonseiten der Betriebsleitung klar gemacht, dass dies nicht den Tatsachen entspräche und auf die Arbeit des Gegners zurückzuführen sei.
Das Nähmaschinenwerk Wittenberge, [Bezirk] Schwerin, erhielt am 13.6.1955 durch die Post einen Brief. Der Absender lautete Berlin-Lichtenberg. Es handelt sich dabei um ein Anwerben von Fachkräften durch die westdeutsche Singer-Nähmaschinen-Aktien-Gesellschaft.21 Es wird in diesem Schreiben betont, dass Mechaniker zum sofortigen Antritt gesucht werden.
Ein ähnliches Schreiben erhielt der VEB Funkmechanik in Neustadt-Glewe,22 Kreis Ludwigslust.
Am 13.6.1955 erhielten die Elbewerft Boizenburg, [Bezirk] Schwerin, und das »Ernst-Thälmann-Werk« Lübtheen,23 Kreis Hagenow, [Bezirk] Schwerin, je ein Schreiben zugesandt, in dem Fachkräfte nach Westdeutschland und dem kapitalistischen Ausland gesucht werden.
Versorgung der Bevölkerung
Die Versorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln ist bis auf örtliche Ausnahmen im Allgemeinen sichergestellt. Es gibt aber viele Beispiele, wo die Bevölkerung über den hin und wieder auftauchenden Mangel an den verschiedensten Bedarfsgütern verärgert ist und dies auch in ihren Diskussionen ausdrückt.
Neben Hülsenfrüchten und anderen Nahrungsmitteln tauchen jetzt vor allem Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Genussmitteln24 (Süßwaren, Tee, Bohnenkaffee, Kakao und Zigaretten in der Preislage von 0,08 bis 0,10 DM) auf.
Mangel an Zigaretten besteht vor allem im Bezirk Potsdam; im Kreis Bernburg, [Bezirk] Halle; in Seelow, [Kreis] Freienwalde, [Bezirk] Frankfurt/Oder; in Prenzlau, [Bezirk] Neubrandenburg.
Die Stimmung unter den Rauchern, die besonders Zigaretten in dieser Preislage kaufen, ist nicht gut. Sie bringen zum Ausdruck, wieso es möglich sein kann, dass gerade die Zigaretten, die vor allem der Arbeiter kauft, nicht zu erhalten sind.
Auch unter der Landbevölkerung wird darüber geklagt, weil dort die Versorgung zum großen Teil noch ungenügend ist.25
Ein Schweinemeister von der LPG Heidehof, Kreis Prenzlau ([Bezirk] Neubrandenburg), sagte z. B. dazu: »Wir arbeiten den ganzen Tag von früh bis spät und haben nicht eine Zigarette zu rauchen. Wenn dieses so weiter geht, ist es nicht zu vermeiden, dass die Landbevölkerung in den Streik tritt, denn es gibt an Nahrungsmitteln Hülsenfrüchten, Bonbon so gut wie gar nichts.« (Er vertritt die Meinung aller Dorfbewohner.)
Verschiedentlich tritt auch ein Mangel an Süßwaren auf Markenbasis auf. Da es augenblicklich wenig Süßwaren auf HO-Basis26 zu kaufen gibt, kaufen die Hausfrauen verstärkt Süßwaren auf Marken. Das hat zur Folge, dass sich die vorhandenen Bestände stark vermindern und dass wenig Aussicht auf Auffüllen dieser Bestände besteht.
Der Mangel an HO-Margarine taucht besonders noch örtlich auf, was vor allem auf eine schlechte Warenstreuung zurückzuführen ist.
Das Angebot an HO-Butter hat sich etwas verbessert,27 z. B. musste durch das überreichliche Angebot der Kreis Gardelegen, [Bezirk] Magdeburg, am 14.6.[1955] 1,6 t Butter an die Abteilung Handel und Versorgung Magdeburg zurückgeben. Klage wird über die erhöhte Gefahr des Verderbs und den zu hohen Wassergehalt der Butter geführt.28
So erhielt z. B. der Konsum29 Zwickau, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, von der Molkerei Kaldenburg 2 500 kg Butter, die bereits nach fünf Tagen schwarze Flecke aufwies. Die Butter hatte 27,5 % Wassergehalt.
Der Konsum ist gezwungen, aufgrund des schlechten Zustandes die Butter einzuschmelzen.
In der letzten Zeit wurden durch das Ministerium für Lebensmittelindustrie verspätete Plankürzungen vorgenommen, wodurch bei der Versorgung der Bevölkerung Schwierigkeiten hervorgerufen wurden. Besonders bemerkbar macht sich dieses bei der Belieferung der Bevölkerung mit HO-Fleisch, besonders Rindfleisch.
So erhielt z. B. am 24.5.[1955] der Bezirk Karl-Marx-Stadt vom Ministerium für Lebensmittelindustrie eine neue Fleischbilanz für das II. Quartal 1955, wo eine Kürzung von 1 400 t Fleisch vorgenommen wurde.
Ein Mangel an Fleisch besteht in Bernau, [Bezirk] Frankfurt/Oder, wo zur Sicherung der Markenversorgung noch ca. 225 t fehlen. Im Allgemeinen kann die Versorgung mit Fleisch auf Markenbasis als gesichert angesehen werden.
Stark ist jedoch der Mangel an Rindfleisch, der sich in allen Bezirken bemerkbar macht. Das wird von den Hausfrauen als Anlass genommen, immer wieder negative Diskussionen darüber zu führen. Der Inhalt dieser Diskussionen, wie auch zu der Versorgungslage allgemein, hat sich nicht wesentlich verändert und wurde bereits des Öfteren berichtet.
Die augenblickliche Versorgungslage wird vom Gegner ausgenutzt und verstärkt über einen neuen 17. Juni gesprochen. Im Wesentlichen bringt man dabei zum Ausdruck, dass die Versorgung so schlecht sei wie zum 17. Juni 1953 und wenn sich die Lage nicht schnellstens ändern würde, ein neuer 17. Juni zu erwarten wäre.
Von einzelnen Kollegen im VEB Kranbau Frankfurt/Oder wurde geäußert: »Wenn sich die Versorgungslage nicht schnellstens bessert, müssen wir wieder einmal einen 17. Juni in der DDR durchführen. Dann wird die Versorgungslage wieder besser klappen.«
Ein Lokheizer vom Bahnhof Weißenfels, [Bezirk] Halle: »Die Preise für die Waren liegen bei uns viel zu hoch und stehen nicht mit dem Verdienst im Einklang. Nach außen hin macht man große Propaganda über die Erfüllung der Wirtschaftspläne und in Wirklichkeit fehlt es an vielen Sachen, sodass Euer Laden, den ihr aufgebaut habt, sehr faul ist und wenn ihr so weiter macht, wird bald der Tag kommen, wo ihr aufgefrühstückt habt.«
Ein Schaffner von den Leipziger Verkehrsbetrieben: »Es ist eine Schande, dass zehn Jahre nach dem Kriege solch hohe Preise bestehen. Zu mindestens müssten dann die Löhne erhöht werden. Es gibt viel zu wenig Margarine und die Butter kann sich kein Straßenbahner leisten, wenn das so weiter geht, soll man sich nicht wundern, wenn nach dem 17.6. ein 18.6. kommt, denn es gärt tüchtig unter dem Volke.«
Ein Verkäufer aus der HO Industriewaren Arnstadt, [Bezirk] Erfurt: »Es sieht jetzt genau so aus, wie am damaligen 17.6. Der Arbeiter ist noch unzufrieden, weil er zu teuer leben muss. Solche Unzufriedenheiten können zu einem neuen 17.6. führen.«
Eine Kollegin aus dem HO-Warenhaus Erfurt: »Es ist doch schade, dass alles vor zwei Jahren damals nicht so geklappt hat, denn dann wären wir heute schon frei.«
In der Stadt Leipzig bestehen große Schwierigkeiten in der Kartoffelversorgung, besonders für Großverbraucher (Werkküchen). Bis zum 15.6.[1955] fehlen ca. 1 700 t. Vom 1. bis 10.6.[1955] wurden insgesamt durch die VEAB 185 t Kartoffeln erfasst. Es besteht aber die Ausfuhrpflicht nach dem Bezirk Karl-Marx-Stadt von 800 t, die vorrangig erfüllt werden muss.
Durch die Streichung der Agentur-Verträge30 sind die privaten Gaststätten nicht mehr in der Lage, an die Gäste Bockwurst und Bohnenkaffee auszugeben. Die Bevölkerung ist darüber sehr verwundert und bringt zum Ausdruck, wieso das gerade in privaten Gaststätten der Fall ist.
Diese Diskussionen tauchen besonders in den Orten Köllme und Zappendorf, [Bezirk] Halle, auf.
Im Bereich Fürstenberg, Kreis Gransee, [Bezirk] Potsdam, wird das Gerücht verbreitet, dass eine Brotknappheit eintritt. Es ist vorgekommen, dass in der Gemeinde Zootzen Personen fünf bis sieben Brote auf einmal kaufen, sodass um 10.00 Uhr das gesamte Brot bereits ausverkauft war. Zurzeit ist genügend Brot vorhanden.
In der Nacht vom 13. zum 14.6.[1955] wurden in dem Speisesaal des Kommunalen Großhandels Lebensmittel, Auslieferungslager Lichtenberg/Berlin, die Wandtafeln mit den Losungen der DSF und der DS abgerissen. Auf der Rückseite der Wandtafeln wurde mit blauer Ölkreide geschrieben: »Deutscher Arbeiter erwache.« (Die Angelegenheit wird bearbeitet.)
Die Lage in Landwirtschaft
Die Lage hat sich gegenüber den Vortagen nicht wesentlich verändert. Die Diskussionen über die Note der SU an Adenauer bestimmen weiterhin die politischen Gespräche. Sie sind überwiegend positiv und haben sich inhaltlich nicht wesentlich verändert. Auch die negativen Diskussionen weisen keine wesentlichen neuen Momente auf.
Wenn auch vereinzelt, so wird doch jetzt verstärkt vor allem von ehemaligen Umsiedlern31 zum Ausdruck gebracht, dass durch diese Note nun wieder die begründete Hoffnung bestünde, wieder in die alte Heimat zurückzukehren. Adenauer würde diese Frage, wenn er nach Moskau fährt, bestimmt regeln, sodass diese Gebiete wieder zurückgegeben werden.
Frauen aus der LPG Seefeld, [Kreis] Bernau, [Bezirk] Frankfurt/Oder, äußerten im Zusammenhang mit der Reise Adenauers nach Moskau: »Dann werden wir auch die Gebiete jenseits der Oder zurückerhalten und können wieder unser altes Land bestellen.«
Ein Mittelbauer aus der Gemeinde Wiesenau, Kreis Fürstenberg, [Bezirk] Frankfurt/Oder: »Hoffentlich bringt Adenauer dann die Frage der Oder-Neiße in Ordnung, damit ich wieder in meine Heimat zurück kann.«
Ein Großbauer32 aus Sprotta, Kreis Eilenburg, [Bezirk] Leipzig, äußerte in einer Diskussion über die Note: »Die verloren gegangenen Gebiete Schlesien, Ostpreußen usw. müssen wieder zurückgegeben werden. Ohne diese Gebiete können wir uns nicht ernähren. Die LPG sind erst recht nicht in der Lage, die Ernährung zu sichern und außerdem verdienen die Landarbeiter bei den Großbauern mehr als die Mitglieder der LPG.«
Die bekannt gewordenen Stimmen zum 17. Juni sind umfangmäßig nur vereinzelt aufgetreten.33
Von fortschrittlichen Menschen, Genossenschaftsbauern, Arbeitern der MTS wird erkannt, was mit einem neuen 17. Juni erreicht werden soll und sie bringen deshalb in ihren Diskussionen zum Ausdruck, dass sich dieser Tag nie wiederholen darf.
Zum Beispiel sagte ein Genossenschaftsbauer aus Werder, [Kreis] Altentreptow, [Bezirk] Neubrandenburg: »Wir haben uns jetzt eine schöne Grundlage für ein besseres Leben geschaffen. Jetzt kommt wieder die Zeit, wie vor zwei Jahren, als die Faschisten den Putsch organisierten, um uns zu überfallen. Das wollen wir aber nicht noch einmal zulassen, dass es so weit kommt. Darum wollen wir in diesen Tagen besonders darauf achten, dass sich keine feindlichen Elemente in unser Dorf einschleichen.«
Alle Mitglieder der Kampfgruppe der MTS Warnitz, Kreis Prenzlau, ([Bezirk] Neubrandenburg) brachten zum Ausdruck, dass sie bereit sind, mit der Waffe in der Hand ihren Betrieb zu verteidigen. An dem Tage, wo in Westdeutschland und Westberlin der 17. Juni als der »Kampftag der Werktätigen« gefeiert werden soll,34 wollen sie einen Sonderdienst durchführen.
Ein Brigadier der MTS Saberin, Kreis Parchim, [Bezirk] Schwerin, erklärte: »Falls es die Faschisten noch einmal versuchen sollten, einen 17. Juni zu organisieren, wird man ihnen noch ganz andere Kräfte als 1953 entgegenstellen. Die Bevölkerung der DDR wird sich solche Angriffe auf die demokratischen Rechte nicht gefallen lassen und derartige Provokationen sofort zerschlagen.«
Die negativen Äußerungen über den 17. Juni zeigen ganz deutlich, wie der DDR feindlich gegenüberstehende Personen die verschiedensten Anlässe nehmen, mit einem 17. Juni zu drohen und damit versuchen, die Bevölkerung für eine neuen Putschversuch zu gewinnen.
Ein Mitglied der SED aus der Gemeinde Oberndorf, Kreis Apolda ([Bezirk] Erfurt), sagte z. B.: »Ich warte auf einen neuen 17. Juni, aber dann gehe ich mit dem Messer los und alles was zur SED gehört oder Uniform trägt, werde ich wie Schweine abschlachten.«35
Ein Bauer aus der Gemeinde Kühnitzsch, [Kreis] Wurzen, [Bezirk] Leipzig, äußerte, als er vom Bürgermeister auf seine Ablieferungsverpflichtungen hingewiesen wurde: »Pass auf, was in den nächsten Tagen hier vor sich gehen wird.«
Ein Bauer aus der Gemeinde Klein Gastrose36, [Kreis] Guben, [Bezirk] Cottbus, sagte, als er über die neue Note der SU gefragt wurde: »Lasst mich mit Eurer Politik zufrieden. Ich will nichts mehr hören. Wie lange soll dieser Zustand mit der Oder-Neiße-Grenze noch andauern? So eine Ungerechtigkeit hat es in Deutschland noch nie gegeben. Wenn die Regierung so weitermacht, so wird es bald eine neuen 17. Juni geben.«
Bei der BHG Weißensee/Berlin unterhielten sich Kollegen über die Festlegung des Termins für den Betriebsausflug. Nach Festlegung des Ausfluges auf den 22. Juni [1955] sagte eine Kollegin: »Warum machen wir den Ausflug nicht am 17.6.? Vor zwei Jahren haben wir doch auch einen gemacht.«
Die KVP-Werbung hat in der Landwirtschaft genau wie in der Industrie immer noch nicht den gewünschten Erfolg erzielt. In der letzten Zeit macht sich häufiger bemerkbar, dass Jugendliche, die von den Werbern diesbezüglich angesprochen werden, den Werbern aus dem Wege gehen oder die DDR verlassen.37
So wurden z. B. drei Jugendliche von dem Forstlehrlingsheim Wermsdorf, [Kreis] Oschatz, [Bezirk] Leipzig, als sie angesprochen wurden, zur KVP zu gehen, republikflüchtig. Auf einer Postkarte teilten die Jugendlichen der Heimleitung mit, dass sie nicht zur KVP wollten und deshalb nach dem Westen geflüchtet sind.
Zwei Jugendliche vom Gartenbauausstellungsgelände Markkleeberg,38 [Bezirk] Leipzig, flüchteten ebenfalls aus dem Grunde. In diesem Betrieb kündigte ein Jugendlicher und zwei meldeten sich krank, umso den Aussprachen mit der Werbekommission aus dem Wege zu gehen.
In der Gemeinde Freyenstein, Kreis Wittstock, [Bezirk] Potsdam, wurde ein Jugendlicher, beschäftigt als Buchhalter bei der BHG Freyenstein, fünfmal von der Werbekommission aufgesucht. Der Jugendliche weigerte sich bei jeder Aussprache, in die KVP zu gehen. Nach dem letzten Besuch flüchtete er.
Die Frühjahrsbestellung ist durch den Mangel an Saatkartoffeln noch nicht restlos beendet.
Im Bezirk Rostock werden für die noch unbebauten Flächen ca. 2 000 t benötigt. Die DSG/HZ; ist nicht in der Lage, diese Menge zu liefern, da eine beachtliche Menge Saatkartoffeln durch Frosteinwirkungen oder Nassfäule verdorben ist oder durch den Futtermangel zu Futterzwecken verwendet wurde.
Im MTS-Bereich Lübzin, Kreis Bützow, [Bezirk] Schwerin, fehlen zurzeit noch für ca. 30 ha Ackerland Saatkartoffeln. Besonders tritt dieser Mangel in den LPG Wiendorf,39 Lübzin und dem ÖLB40 Laase41 auf.
Von diesen Betrieben wurden die Frühjahrkartoffeln mit der Begründung abgezogen, dass sie neues Saatgut erhalten.
Im MTS-Bereich Moisal,42 Kreis Bützow, [Bezirk] Schwerin, sind noch 75 ha Land unbestellt, weil die Saatkartoffeln fehlen.
In der LPG Thandorf, Kreis Gadebusch, [Bezirk] Schwerin, fehlen noch ca. 300 dz und bei den anderen Bauern dieser Gemeinde ca. 120 dz.
Verschiedentlich wird berichtet, dass das ausgesäte Saatgut durch die schlechte Keimfähigkeit nicht aufgegangen ist und deshalb eine Neubestellung der Felder notwendig ist.
In der LPG Kletzke, Kreis Perleberg, [Bezirk] Schwerin, ging z. B. der Zuckerrübensamen, der von der MTS Glöwen bezogen wurde, nur vereinzelt auf, sodass ca. 22 Morgen umgepflügt werden müssen.
In der LPG Kampehl, Kreis Kyritz, [Bezirk] Potsdam, musste ein großer Teil der mit Zucker- und Runkelrüben bestellten Flächen nochmals besät werden, da die erste Saat nicht aufgegangen ist.
Die in der letzten Zeit des Öfteren berichtete Wildschweinplage hält weiter an und ruft unter den betroffenen Bauern immer wieder große Verärgerung hervor.
Bei einem Kleinbauern aus der Gemeinde Bohrsdorf, [Kreis] Freital, [Bezirk] Dresden, verwüsteten die Wildschweine 0,30 ha.
In der LPG Katzhütte, [Kreis] Neuhaus, [Bezirk] Suhl, wurden 25 % der angebauten Flächen durch Wildschweine vernichtet. Die Bauern diskutieren dahingehend: »Was nützt es uns, dass wir Neuerermethoden43 anwenden, wenn über Nacht uns die Wildschweine alles vernichten. Hier muss schnellstens Abhilfe geschaffen werden, sonst haben wir an der Arbeit kein Interesse mehr.«
In der Nacht zum 10.6.[1955] haben unbekannte Täter von einem Traktor der MTS Trebnitz, Kreis Seelow, [Bezirk] Frankfurt/Oder, einen Splint von der Schubstange der Lenkung entfernt. Der Fahrer, der dieses nicht sofort merkte, fuhr aufgrund dessen, dass sich der Lenker löste, auf einen Stubben und es trat ein erheblicher Sachschaden ein.
In der LPG Webelsfelde, Kreis Gadebusch, [Bezirk] Schwerin, wurde in der Nacht vom 9.6. zum 10.6.1955 der gesamte Schafbestand der LPG von 97 Schafen von herumstreifenden Hunden umgebracht. Die Schafe befanden sich ca. einen km von dem Dorf entfernt, wo sie den Sommer über in einem behelfsmäßigen Stall untergebracht waren. Der Sachschaden beläuft sich auf ca. 7 000 DM.
An der Gemeinde Kuhsdorf/Bullendorf, Kreis Pritzwalk, [Bezirk] Potsdam, wird erneut ein Gerücht verbreitet, und zwar, dass die Bauern, welche ihre Wirtschaften an die LPG abgeben oder welche ihre Wirtschaften heruntergewirtschaftet haben, nach der Abgabe eingesperrt werden. Urheber konnten bisher noch nicht festgestellt werden.
Aus Torgau, [Bezirk] Leipzig, wird berichtet, dass in dem Kreisgebiet in den letzten Tagen 25 Bauern die »Leipziger Volkszeitung«44 abbestellt haben. Als Grund wurde angegeben, dass sie im Sommer aufgrund der vielen Arbeit nicht zum Lesen kommen. Im September würden sie die Zeitung wieder bestellen.
Am 12.6.1955, gegen 21.00 Uhr, brach bei einem Mittelbauern wohnhaft in Ellefeld, Kreis Auerbach, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, ein Scheunenbrand aus. Die Scheune brannte nieder. Es konnten nur noch einige landwirtschaftliche Maschinen gerettet werden. Vermutlich vorsätzliche Brandstiftung. Täter sind unbekannt. Gesamtschaden ca. 6 000 DM.
In Groß Laasch, Kreis Ludwigslust, [Bezirk] Schwerin, brannte am 14.6.1955 aus bisher ungeklärter Ursache ein kombiniertes Wohnhaus mit Stallgebäude einer Kleinbäuerin nieder. Der Sachschaden beträgt 8 000 DM.
Ereignisse von besonderer Bedeutung
In der Stadt Spremberg, [Bezirk] Cottbus, sind elf Fälle von Paratyphus zu verzeichnen.
In Güstrow, [Bezirk] Schwerin, wurde bei zwei Personen Typhus festgestellt und vier Verdachtsfälle traten ebenfalls auf.
Einschätzung der Situation
Im Mittelpunkt der politischen Diskussionen steht weiterhin die Note der SU an Bonn.
An den überwiegend positiven Stellungnahmen hat sich inhaltlich nichts geändert.
In den verhältnismäßig geringen negativen Argumenten erscheint jetzt stärker die Hetze gegen die Oder-Neiße-Grenze.45 Über andere politische Probleme wird nur wenig, aber überwiegend positiv gesprochen.
Im Zusammenhang mit der KVP-Werbung tritt jetzt häufiger die Republikflucht bei Jugendlichen in Erscheinung.46
Einzelne feindliche Elemente drohen mit einem »neuen 17. Juni«, vereinzelt kommt es aber auch zu provokatorischen Erscheinungen.
Sonst ergeben sich gegenüber den Vortagen keine wesentlichen Veränderungen in der Stimmung.
Anlage 1 vom 17. Juni 1955 zum Informationsdienst Nr. 2459
Auswertung der Westsendungen
Bei der Hetze gegen den 4. Kongress des FDGB47 werden in allen Kommentaren der Westsender gegenüber der Hetze in den letzten Tagen keine neuen Argumente gebracht. In einer Sendung des RIAS wird besonders erwähnt, dass die SED die führende Rolle in der Gewerkschaft hätte und die Funktionäre sowie Mitglieder alles tun müssten, was die Partei verlangte. Weiter wird gehetzt, dass die Gewerkschaft keine Fühlung mit der Arbeiterschaft hätte, was am 17. Juni 1953 zum Ausdruck gekommen wäre und er sagt dazu:
»… Gerade jetzt, wo in Berlin der FDGB-Kongress tagt, muss die klägliche Rolle dieses angeblichen Gewerkschaftsbundes hervorgehoben werden. Der FDGB hatte niemals eine wirkliche Verbindung zur Arbeiterschaft. Als die ersten Nachrichten über die Demonstration ins Gewerkschaftshaus drangen, schlugen sie dort wie eine Bombe ein …«
In den Nachrichten des Senders »Freies Berlin«48 am 17.6.1955 wird berichtet, dass die Delegierten im Rechenschaftsbericht49 des Genossen Warnke50 aufgefordert wurden, die Arbeiterschaft von der Notwendigkeit einer baldigen Erhöhung der Arbeitsnormen zu überzeugen. Er hetzt weiter, dass diese Aufforderung, »aus Angst vor dem 17. Juni«, erst nach dem 17. Juni in unserer demokratischen Presse veröffentlicht werden soll, da diese Aufforderung in den Ausführungen des Genossen Warnke, die am 17.6.1955 veröffentlicht wurden, nicht enthalten ist.
Auf dem Gebiet der Landwirtschaft setzt RIAS seine Hetze gegen die angeblich zunehmende Verunkrautung der Rübenfelder fort. Trotz der Aktion »Industriearbeiter aufs Land«51 wäre eine Aufholung unmöglich, da der Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft nicht zu überbrücken sei.
Um die Bauern von Neuerermethoden abzuhalten, hetzt er weiter, dass die Anwendung des Reuterverfahrens52 durch den Kräftemangel nicht durchgeführt werden könnte.
Und zur Beunruhigung der Bevölkerung behauptet er am Schluss der Sendung, dass der Kräftemangel großen Einfluss auf die diesjährige Getreideernte hätte.
Anlage 2 vom 17. Juni 1955 zum Informationsdienst Nr. 2459
Organisierte Feindtätigkeit
In der Zeit vom 14.6. bis 16.6.1955 wurden folgende Hetzschriften sichergestellt.
SPD-Ostbüro:53
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Cottbus 16 600;
- –
Magdeburg 5: Kreis Haldensleben 400, Kreis Burg 520;
- –
Frankfurt[/Oder] 70: Kreis Fürstenwalde 1 300, Kreis Seelow 8 000;
- –
Halle 20: Kreis Sangerhausen 25 000, Kreis Artern 3 000, Kreis Bernburg 75, Kreis Merseburg 1 000, Kreis Quedlinburg 130, Kreis Bitterfeld 625;
- –
Karl-Marx-Stadt: Kreis Oelsnitz 500, Kreis Hohenstein-Ernstthal 10, Kreis Zwickau, Schwarzenberg, Klingenthal 120, Kreis Stollberg 2 000;
- –
Gera mehrere Hundert: Kreis Lobenstein 3 100;
- –
Potsdam: Kreis Brandenburg 3 500, Kreis Königs Wusterhausen 65, Kreis Nauen 2 000, Kreis Belzig 15, Kreis Neuruppin 21;
- –
Neubrandenburg: Kreis Templin 40;
- –
Erfurt: Kreis Nordhausen 5 000, Neustadt 750, Kreis Worbis 5 00, Kreis Gotha 3 000;
- –
Leipzig 5 010: Kreis Eilenburg 200, Kreis Döbeln einige, Kreis Torgau 300, Kreis Borna 25;
- –
Dresden: in den Kreisen Freital, Meißen und Großenhain 54 300, Kreis Löbau 40, Kreis Bautzen, Kreis Bischofswerda, Kreis Görlitz, Kreis Dippoldiswalde, Kamenz 4 200;
- –
Rostock: Kreis Greifswald 1 200.
KgU:54
- –
Cottbus 10 900: Kreis Jessen 6 000;
- –
Magdeburg: Kreis Oschersleben 10 000, Kreis Halberstadt 16 500, Kreis Tangerhütte 5 000, Kreis Staßfurt 1 100, Kreis Stendal 7 000, Kreis Salzwedel 600;
- –
Halle: Kreis Aschersleben 5 500, Kreis Eisleben und Hettstedt 90;
- –
Leipzig: Kreis Borna 1 500, Kreis Altenburg 1 500;
- –
Karl-Marx-Stadt: Kreis Aue 1 000;
- –
Rostock: einige;
- –
Potsdam: Kreis Luckenwalde 9 000, Kreis Brandenburg 30, Kreis Zossen 80, Kreis Königs Wusterhausen 5 000.
»Der Tag«:55
- –
Neubrandenburg: Kreis Templin 7;
- –
Magdeburg: Kreis Genthin 400;
- –
Potsdam: Kreis Brandenburg 40, Kreis Belzig 15, Kreis Luckenwalde 3 000.
Unbekannte Herausgeberzentrale:
- –
Frankfurt: Kreis Seelow 500;
- –
Cottbus 32 900;
- –
Karl-Marx-Stadt: in den Kreisen Annaberg und Marienberg 20.
»Tarantel«:56
- –
Berlin 3 000.
NTS:57
- –
Frankfurt: Kreis Eberswalde 6 000;
- –
Karl-Marx-Stadt: Kreis Rochlitz und Zwickau 90;
- –
Potsdam: Kreis Königs Wusterhausen 1 570, Kreis Brandenburg 45;
- –
Schwerin: Kreis Lübz 5 000.
ZOPE:58
- –
Gera 207.
»Freie Junge Welt«:59
- –
Schwerin: Kreis Parchim 2 000;
- –
Erfurt: Kreis Langensalza 350;
- –
Karl-Marx-Stadt: in den Kreisen Auerbach, Annaberg und Marienberg 460.
Der Inhalt der Hetzschriften befasst sich mit einem neuen 17. Juni, wobei häufig in Erscheinung tritt, dass man gegen die Neufestsetzung der Normen hetzt.
Außerdem werden von Westberlin Streuzettel mit folgendem Inhalt verbreitet:
- –
»Verrat des Genossen Friedrich Ebert60 an der Politik seines Vaters.«61
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(Offener Brief an das Oberhaupt des Stadtsowjets von Ostberlin)
- –
Herausgeber: »Alte Verehrer Deines großen Vaters.«
- –
»Schaffung des Kommunismus im Geiste Ernst Thälmanns62 und Rosa Luxemburgs.«63
- –
Herausgeber: »Ernst Thälmann Garde 1919.«
- –
»Verletzung der Rechte der Bürger in der DDR.«
- –
Herausgeber: »Kämpfer für freie, demokratische Staatsbürgerrechte in der Sowjetzone.«
- –
»Warnruf an die Funktionäre und Mitglieder der SED, dass sie genauso zur Verantwortung gezogen werden, wie jetzt ihre Genossen in Österreich.«64
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Herausgeber: »Rechtsauschuss zur Bekämpfung bolschewistischer Willkür in der Sowjetzone.«
- –
»Hetze gegen die Genossin Dr. Hilde Benjamin.«65
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Herausgeber: »Komitee Freiheit und Gerechtigkeit für alle.«
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»Weiterführung des Kampfes im Geiste der Opfer des 17. Juni.«
- –
»Vernichtung der roten Bonzen – 17. Juni.«
- –
Herausgeber: »Freie deutsche Arbeiterbewegung in der SBZ.«
Im Krankenhaus Finsterwalde, [Bezirk] Cottbus, im Haupthaus (Innere Abteilung) wurden acht handgeschriebene Hetzschriften aufgefunden, mit folgendem Inhalt: »Wacht auf, wo bleiben unsere Mitmenschen.« »Hütet euch vor Nachteulen und Käuzen, Ottern und Verbrechern im Arztkittel. Abends fangen ihre Verbrechen an, aber ihre Zeit ist bald dran. Verlangt wirklich Ärzte, verlangt neue Ärzte, die menschlich handeln.«
Antidemokratische Tätigkeit
In zwei Gartengrundstücken im Stadtbezirk Köpenick/Berlin wurden zehn aus Papier geschnittene Hakenkreuze gefunden.
In der Nacht zum 15.6.[1955] wurde von unbekannten Tätern in Dippoldiswalde ein Transparent abgerissen.
In der Nacht zum 13.6.[1955] wurde in der Gemeinde Ribbeck, [Kreis] Nauen, [Bezirk] Potsdam, eine Anschlagtafel der Nationalen Front66 herausgerissen und auf den Hof einer Gaststätte geworfen (Täter bekannt).
Am 16.6.1955 wurden in Torgau, [Bezirk] Leipzig, von zwei Schulkindern 45 Bilder aus der Nazizeit gefunden. (Bei diesen Bildnissen handelt es sich um Hitler und Rosenberg.67)
Am 14.6.[1955] wurde in der Gemeinde Tiefensee, [Kreis] Eilenburg, [Bezirk] Leipzig, am Zaun der Grundschule ein handgeschriebenes Plakat mit der Aufschrift »Die Kommunisten sind die Ausbeuter der Arbeit« gefunden.
In den Morgenstunden des 14.6.[1955] wurden in der Wartehalle des Haltepunktes Schlauroth, [Kreis] Görlitz, [Bezirk] Dresden, die Hetzlosung »In der DDR ist alles Sch …« festgestellt.
In den frühen Morgenstunden des 16.6.[1955] wurden in Erfurt einige Schmierereien festgestellt. In der Stadtsparkasse wurden verschiedene Hakenkreuze angeschmiert.
In einer öffentlichen Toilette in der Schlüterstraße in Erfurt war ein Bild von Adolf Hitler mit Eva Braun68 angeklebt.
In der Nacht zum 16.6.1955 wurde von unbekannten Tätern 400 m Kabel der Fernsprechleitung Treuenbrietzen – Zossen, [Bezirk] Potsdam, gestohlen.
Terror
Am 16.6.1955 wurden um 9.00 Uhr zwei Funktionäre des FDGB und SED, die am IV. FDGB-Kongress69 teilnehmen, am Zeitungskiosk an der U-Bahn Vinetastraße/Berlin misshandelt und niedergeschlagen. Täter wurden festgenommen.
17. Juni
Aus Zeulenroda, [Bezirk] Gera, wird uns berichtet, dass am 17.6.[1955] die Lehrer einschließlich der Berufsschullehrer einen Betriebsausflug machen wollen und daher nicht zum Dienst erscheinen wollen.
In Müllrose, Kreis Fürstenberg, [Bezirk] Frankfurt/Oder, will eine Baufirma aus Oranienburg vom 16.6. zum 17.6.[1955] eine Betriebsfeier veranstalten.
In der Stadt Leipzig forderten verschiedene Personen zum Boykott der HO-Geschäfte am 17.6.[1955] auf.
Ein Kraftfahrer von der Waldschlösschen-Brauerei Dresden verbreitete ebenfalls diese Parole.
Ein VP-Angehöriger aus Bautzen erhielt vom evangelischen Pfarramt aus Alfeld/Leine in Westdeutschland eine Einladung mit einer Fahrpreisermäßigung zur Teilnahme an einem Gottesdienst am 17.6. bis 19.6.[1955] in Minden/Hannover.
Die Kreisleitung der SPD Friedrichshain70 machte ihre Mitglieder darauf aufmerksam, dass sie Wert darauf legt, dass die Mitglieder der SPD am 17.6.[1955] an den »Feierlichkeiten« in Westberlin teilnehmen. Ebenfalls haben die Jungsozialisten des Kreises die Aufforderung erhalten, den Heimabend ausfallen zu lassen und sich an der Kundgebung sowie an dem Fackelzug im Bezirk Kreuzberg zu beteiligen.
Gefälschte Schreiben
In den Bezirken Dresden, Magdeburg und Halle wurden an verschiedene Bürgermeister gefälschte Schreiben vom Zentralausschuss für Jugendweihe geschickt, mit Hetze gegen die Kampfgruppen.
Provokationen
Am 14.6.1955 erhielt am Grenzübergang Seehof, [Kreis] Teltow, [Bezirk] Potsdam, ein amerikanischer Wagen. Ein amerikanischer Offizier, der mit diesem Wagen gekommen war, forderte die Genossen der Grenzpolizei auf, nach drüben zu kommen. Als ihm die Genossen keinerlei Beachtung schenkten, fuhr er wieder davon.
Seit dem 16.6.1955 ist an der Sektorengrenze Frohnau-Stolpe, [Kreis] Oranienburg, [Bezirk] Potsdam, eine verstärkte Streifentätigkeit der Stummpolizei71 zu verzeichnen. Die Streifen sind jeweils drei Personen stark. Verschiedene Streifen versuchten irgendwelche Provokationen zu starten, indem sie das Gebiet der DDR mehrere Meter betraten.
Am 14.6.1955 versuchten Westberliner Zollbeamte am Bahnhof Düppel, [Bezirk] Potsdam, die Genossen der Grenzpolizei zu provozieren. Ein Zollbeamter äußerte: »Wenn Adenauer von Moskau zurückkommt,72 dann könnt ihr euch auf was gefasst machen.«
Gerüchte
In der Gemeinde Vehlow, [Kreis] Kyritz, [Bezirk] Potsdam, wird das Gerücht verbreitet, dass die Jugendlichen der DDR demnächst Stellungsbefehle erhalten, da die Werbung zur KVP73 nicht so ausfällt, wie es verlangt wird. In diesem Zusammenhang verbreitet man das Gerücht, dass Jugendliche nicht mehr nach Westberlin bzw. Westdeutschland fahren dürfen.
In Görlitz tauchte in Rentner- und Umsiedlerkreisen74 das Gerücht auf, dass Molotow75 wegen seines Verhaltens gegenüber Jugoslawien76 abgesetzt worden sei und die ehemaligen Schlesier bald wieder in ihre alte Heimat könnten.
Eine Kindergärtnerin aus Posterstein, [Bezirk] Leipzig, verbreitet das Gerücht, dass in Gera in den Reihen der KVP Typhus ausgebrochen sei und bereits sechs schwere Fälle eingetreten sind.
An der D-Linie77 im Kreis Bad Salzungen wurde auf westlicher Seite beobachtet, dass seit Wochen der Bundesgrenzschutz MG-Nester und Bunker baut in einem Abstand von drei bis vier km. Bei Setzelbach78 und Buch-Mühle79 sowie Grüsselbach80 sind je ein Bunker fertig.
Aus dem Kreis Neuruppin wird bekannt, dass vor einigen Tagen ein amerikanischer Wagen mit drei Insassen den Flugplatz in Neuruppin fotografierten.