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Zur Beurteilung der Situation in der DDR

15. Januar 1955
Informationsdienst Nr. 2415 zur Beurteilung der Situation in der DDR

Die Lage in Industrie, Verkehr, Handel und Landwirtschaft

Industrie und Verkehr

Über die Volkskammertagung1 wird fast nicht diskutiert.

Bei den wenigen Diskussionen über politische Tagesfragen steht der Kampf gegen die Ratifizierung der Pariser Verträge2 im Vordergrund. Dabei wird zum Ausdruck gebracht, dass es gilt den Kampf für den Frieden zu verstärken.

Im Zusammenhang damit begrüßt man die Prager Konferenz3 und äußerte, dass sie zur Festigung der Völkerfreundschaft beigetragen hat.

Ein Arbeiter aus dem EKZ,4 [Bezirk] Frankfurt/Oder: »Ich halte die Prager-Konferenz für eine verstärkte Festigung der Völkerfreundschaft, wenn sie daran beteiligten Völker vereint gegen die Bonner Kriegstreiber stehen, wird es ihnen gelingen, unseren Aufbau und die friedliche Arbeit nicht stören zu lassen.«

Zur Aufstellung Nationaler Streitkräfte5 werden uns weiterhin verschiedentlich pazifistische Meinungen bekannt, wobei man ablehnt, ein Gewehr in die Hand zu nehmen. Dies tritt besonders bei Jugendlichen in Erscheinung.

Ausgesprochen feindliche Diskussionen treten nur vereinzelt auf.

Ein Arbeiter aus dem VEB Großzössen,6 [Kreis] Borna, [Bezirk] Leipzig: »Wisst ihr schon, dass die DDR sieben Divisionen Soldaten hat und über Hunderte von Panzerspähwagen usw. verfügt? Na, die Hauptsache ist, dass diesmal die Genossen gehen, ohne uns.«

Oft wird zu betrieblichen Fragen von einem großen Teil der Werktätigen Stellung genommen, wobei die Diskussionen über die Entlassungen7 zunehmen.

Dabei treten vielfach Unklarheiten über die Gründe der Entlassungen auf. So führen z. B. einige die Entlassungen auf das 21. Plenum des ZK8 zurück, andere vermuten persönliche Gründe. Teilweise bringt man zum Ausdruck, dass der Verwaltungsapparat nicht verändert bzw. nicht reduziert wird.

In der Hauschuhfabrik9 Oschatz, [Bezirk] Leipzig, wurden ca. 70 Kollegen entlassen, darüber diskutiert man im Betrieb folgendermaßen: »Bei uns ist es wie in Westdeutschland, wir werden genauso arbeitslos. Es werden nur die entlassen, die der Betriebsleitung nicht passen, weil ihnen unsere Nase nicht gefällt.«

In der Reichsbahn nach Oschatz diskutierten einige Arbeiter wie folgt: »Die Entlassungen werden aufgrund des 21. Plenums des ZK ausgesprochen und vor allem trägt die Partei die Schuld daran. Mitglieder der Partei werden nicht entlassen.«

Einige Kollegen aus der Abteilung Industriewaren der HO10 Altenburg, [Bezirk] Leipzig, äußerten: »Die Entlassungen sind zum Teil berechtigt, wenn der Betrieb nicht rentabel arbeitet, aber was ist mit dem Verwaltungsapparat, da hört man nicht, der bleibt immer derselbe.«

Im VEB Drahtseilwerk Wurzen, [Bezirk] Leipzig, warf ein Genosse sein Parteidokument auf den Tisch mit dem Ausspruch »So eine Politik kann ich nicht mehr verstehen«. (Seine Ehefrau soll im Betrieb entlassen werden.)

Im VEB Spezialmaschinenbau Berlin-Weißensee wurden einige Arbeiter entlassen in Hauptsache Jugendliche. Darüber äußern sich einige Kollegen in der Form, dass gerade diese jugendlichen Kollegen entlassen worden sind, um auf einer einfachen Art zu neuen Kräften in der KVP zu kommen. Einzelne Jugendliche erklärten hierzu, dass sie »lieber einige Wochen arbeitslos bleiben oder in einem Privatbetrieb Arbeiter wollen für DM 1,50 pro Stunde, ehe sie zur VP bzw. KVP gehen.«

Verschiedentlich diskutiert man negativ zur Normenfrage.

Im VEB Installation »IKA« Sebnitz, [Bezirk] Dresden, diskutiert man über die Normen. Hierzu äußerte ein Arbeiter: »Wenn die Normen erhöht werden sollten, wird es wieder zu einem 17. Juni11 kommen, jedoch wird es anders kommen wie der letzte, sodass die gesamte Regierung abtreten muss.«

Im VEB Rheinmetall Sömmerda, [Bezirk] Erfurt, wird in der Abteilung Rechenmaschinen folgendermaßen diskutiert: »Der Staat braucht Geld zur Aufrüstung und deshalb müssen neue Normen festgelegt werden.«

Im RAW Eberswalde, [Bezirk] Frankfurt/Oder, herrscht schlechte Stimmung, weil die Kollegen die Leistungsstufe 1 bis 4 erhielten, eine Stufe zurückgesetzt wurden und dadurch in finanzieller Hinsicht schlechter gestellt sind. Dies wirkt sich in der Form aus, dass die Kollegen ablehnen den FDGB-Beitrag zu zahlen.

Kohlenmangel

Im VEB Schamottewerk Thonberg, [Kreis] Kamenz, [Bezirk] Dresden, Teilwerk Wiesa, ist Kohlenmangel eingetreten, weil die DHZ-Außenstelle12 Senftenberg die monatlich festgelegten Liefertermine nicht einhielt. Zum Beispiel sollte das Werk im Dezember 1954 225 t Rohbraunkohle erhalten, geliefert wurden jedoch nur 143 t. Wenn die Kohlenversorgung in ein bis zwei Tagen sich nicht verbessert hat muss ein Ofen angehalten werden und 27 Arbeiter erhalten die Entlassung.

Materialschwierigkeiten

Im Stahlwerk13 Riesa, [Bezirk] Dresden, fehlt es an Teeröl für die Zusatzheizung der Martinöfen. Die Lieferung erfolgt sehr unregelmäßig dadurch entstehen längere Schmelzzeiten und die Arbeiter bekommen weniger Lohn. Bei einer Nachfrage bei Ministerium – Metallurgie erhielten sie die Mitteilung, dass kein Teeröl für das Stahlwerk eingeplant sei.

Im Wismut-Schacht14 1, Objekt 1, Johanngeorgenstadt fehlt es durch organisatorische Mängel an Hunten.15 Dadurch geht die Arbeit im 500 m Schnellbetrieb nicht vorwärts.

Im Kraftwerk Trattendorf, [Kreis] Spremberg, [Bezirk] Cottbus16 ist zu verzeichnen, dass sich dort Kies, Sand und Zement zu Bergen türmt und laufend neue Sendungen eingehen, obwohl sie gar nicht benötigt werden. Die Bauleitung erklärte, dass diese Sendungen unaufgefordert eintreffen, der Zement daher unvorschriftsmäßig gelagert wird und dadurch Verluste eintreten. Es werden täglich zwölf Waggons Kies entladen, obwohl nur sechs bis acht Waggons verbraucht werden können. Im Laufe der letzten Zeit mussten DM 480 000 Waggonstandgelder gezahlt werden.

Handel und Versorgung

Aus den Betrieben Halle, Wismut, Rostock und Magdeburg wird uns bekannt, dass ein Mangel an Fleisch besteht. Die Ursachen sind darauf zurückzuführen, dass die Importe nicht rechtzeitig eingetroffen sind und der Viehauftrieb nicht 100%ig erfüllt werden konnte.

Bei der Vermarktung in Wittenberg, [Bezirk] Halle, zeigte sich, obwohl die Versorgung mit Fleisch des Kreises Wittenberg nicht gewährleistet ist, dass das Lebendvieh nach Aue und Leipzig versandt wurde, während der Kreis Wittenberg Fleisch aus Dresden erhält. Die Markenversorgung für Fleisch und Fett und Fleischwaren steht für die Bevölkerung für das 1. Quartal 55 420 t vor. Gegenüber steht jedoch nur eine Warenmenge von 395 Tonnen. Somit kann die Markenversorgung nicht gedeckt werden.

Die HO-Wismut, [Bezirk] Gera, berichtet, dass in den Orten Altenburg und Meuselwitz ein großer Mangel an Fleischwaren besteht. Die HO-Wismut nahm Verbindung mit der Fleischfabrik Eisenberg auf, aber auch diese hat bereits seit Tagen kein Fleisch mehr.

Im Kreis Wolgast, [Bezirk] Rostock, ist die Versorgung mit Fleisch für das I. Quartal 1955 nicht gewährleistet. Für das I. Quartal fehlen 80 t Fleisch. Nach mehrmaliger Rücksprache der Abt. Handel und Versorgung beim Rat des Bezirkes, wurde eine Aufstockung vom Rat des Bezirkes abgelehnt.

Durch die Nichtablieferung von Lebendvieh aus den Kreisen gibt es im gesamten Bezirk Magdeburg durchschnittlich 600 Tonnen weniger. In verschiedenen Kreisen wirkt sich die mangelhafte Belieferung in den HO-Gaststätten bereits aus. Diese Lücke kann auch nicht durch Importfleisch gedeckt werden, da ebenfalls nicht genügend vorhanden ist. Die VEAB erfüllten gegenüber dem Schlachthof Magdeburg ihre Verpflichtungen erst mit 60 %. Die Versorgungslage ist in Magdeburg bis Montag einigermaßen sichergestellt. Negative Diskussionen treten vereinzelt auf.

In dem Warenbereitstellungsplan für das Jahr 1955 I. Quartal wurden die Planvorschlagsmengen des Kreises Wittenberg nicht berücksichtigt. Bei Nahrungsmittel tritt eine Minderbelieferung von 51 Tonnen ein. Dafür sollen Futtermittel ausgegeben werden, da man die Ansicht vertritt, dass Nahrungsmittel verfüttert werden.

Bei Zucker lautete der Planvorschlag für das I. Quartal 80 Tonnen, die angewiesene Kontrollziffer von Halle beläuft sich auf 21 t. Hülsenfrüchte werden mit 85,3 t vorgeschlagen, die Kontrollziffer von Halle lautet 13,4 t. Ähnlich sieht es bei Magerkäse und Speisequark aus.

Im Kreis Perleberg, [Bezirk] Schwerin, sind zurzeit keine Streichhölzer vorhanden. Es kursieren Gerüchte, dass man den für die Streichhölzer notwendigen Schwefel zu anderen Zwecken verbrauchen wird.

Landwirtschaft

Zu den politischen Tagesfragen wird nicht wesentlich Stellung genommen. Nur vereinzelt werden Diskussionen über die Pariser Verträge und die Nationalen Streitkräfte laut. Dabei wird von einigen fortschrittlichen Kräften die Aufstellung von Nationalen Streitkräften unterstützt.

Aus der Gemeinde Buchholz und der Gemeinde Jänickendorf, [Bezirk] Frankfurt/Oder, äußerten sich Bauern positiv über die Nationale Verteidigung. Die Bauern, die nicht mehr in der Lage sind, aktiv daran teilzunehmen, sind bereit, in der Frage der Ablieferung und darüber hinaus in der Übererfüllung ihres Planes die Verteidigungsbereitschaft zu stärken.

Bei dem Zuckerrüben-Abtransport gibt es noch immer Beispiele, wo Zuckerrüben und Kartoffeln noch immer auf den Feldern liegen und teils durch Frost schon verdorben sind.

In der LPG Kaakstedt, [Kreis] Templin, [Bezirk] Neubrandenburg, wurde festgestellt, dass noch 2,5 ha Futterrüben in der Erde sind. Außerdem liegen noch größere Mengen auf den Feldern. Ein großer Teil der geernteten Kartoffeln liegen noch auf dem Feld nur mit Stroh abgedeckt. Durch Frosteinwirkungen können die Kartoffeln nur noch als Futterkartoffeln verwendet werden.

Auch in Magdeburg lagern noch Zuckerrüben auf den Feldern. Es findet eine Besprechung der Direktoren der Zuckerfabriken bei der Hauptvereinigung in Halle statt. Hier wird entschieden, ob diese Zuckerrüben für Zucker oder Zuckerschnitzel verarbeitet werden. Durch die Witterungseinflüsse hat man jetzt nur noch 3 % Zuckerausbeute (13 % normale Ausbeute).

Bei den VdgB-BHG-Wahlen17 trat bisher der Mangel auf, dass die Rechenschaftsberichte sich hauptsächlich mit wirtschaftlichen Fragen befassten und die politische Situation nicht genügend berücksichtigte.

In dem Bezirk Rostock wurde bei den bisher durchgeführten Versammlungen der Mangel verzeichnet, dass die Rechenschaftsberichte nicht genügend von der politischen Situation ausgingen, sondern sich in der Hauptsache mit wirtschaftlichen Fragen beschäftigen. Zum Beispiel in der Kreisverwaltung Demmin wurde vor allen Dingen die MTS kritisiert, weil diese ihre Abschlussverträge nicht eingehalten hat. In verschiedenen Kreisen wurden die Versammlungen schlecht vorbereitet. Das kam zum Ausdruck, dass die Versammlungen verlegt werden mussten, wie z. B. in der Gemeinde Leizen, [Kreis] Röbel, und in der Ortsvereinigung Malchin.

Bei der Durchführung der VdgB-Wahlen im Kreis Grevesmühlen beschwerten sich die Bauern in den meisten Fällen über die schlechte Belieferung mit Rübenhebern, Stacheldraht, Maschendraht und Koppeldraht.

In der VdgB Grüntal, [Bezirk] Frankfurt/Oder, ist zu verzeichnen, dass negative Elemente die Versammlung zu stören versuchten, indem sie durch Zwischenrufe und negative Äußerungen die Versammlung, bzw. die Beschlussfassung ins Lächerliche ziehen wollten.

Weiterhin zeigt es sich, dass teilweise Genossen sich vom Gegner beeinflusse lassen und die Kandidaten bei den BGL-Wahlen ablehnen.

Auf dem VEG Hohenluckow, [Kreis] [Bad] Doberan, [Bezirk] Rostock, lehnten es sämtliche Genossen unserer Partei ab, sich in die BGL wählen zu lassen. Der Politleiter sagte, dass dieses darauf zurückzuführen sei, dass die KgU18 Schreiben herausgibt, in denen zum Ausdruck kommt, sich nicht in die BGL wählen zu lassen, sie würden bald kommen und dann würde jeder zur Rechenschaft gezogen.

Es besteht weiterhin der Mangel an Ersatzteilen im Bezirk Rostock, was wesentlich die Erfüllung des Winterreparaturplanes beeinflusst.

Die MTS Güstrow, [Bezirk] Rostock, kann die noch im Bezirk der MTS liegenden Zuckerrüben nicht zur Zuckerfabrik nach Barth bringen, da zurzeit in der MTS sieben Hänger aufgebockt sind, weil keine Bereifung vorhanden ist. Trotz Bemühungen konnte man keine beschaffen. Weiterhin fehlen in der MTS Güstrow Zahnräder für Drillmaschinen, Getriebezahnräder für Traktoren, Düsen für IFA-Traktoren, Kugellager für sämtliche Traktoren, Schraubenbolzen und Buchsen für alle Geräte.

In der LPG Dürschnitz, [Kreis] Meißen, [Bezirk] Dresden, hat in der letzten Zeit eine starke Ferkelsterblichkeit eingesetzt. Der Tierarzt brachte zum Ausdruck, dass auf einer Tagung der Tierärzte beschlossen wurde, spätestens vier Tage nach der Geburt gegen Seuchen zu impfen. Seit Oktober 1954 wurden diese Impfungen durchgeführt, worauf insgesamt 26 Ferkel verendet sind.

Übrige Bevölkerung

Sehr stark zeichnet sich jetzt die zunehmende Aktivität der evangelischen sowie katholischen Kirche gegen die Jugendweihe19 ab. Ihre Methoden sind, entweder in Predigten Schreiben zu verlesen, persönliche Gespräche mit den zur Schulentlassung kommenden sowie mit deren Eltern zu führen oder zu organisieren Versammlungen mit den »Konfirmandeneltern«. Vor allem drohen sie damit, dass sie diejenigen, die sich an der Jugendweihe beteiligen entweder aus der Kirche ausschließen oder die Kinder nicht konfirmieren wollen.

Solche Erscheinungen zeigen sich in allen Bezirken.

Die Auswirkung dieser Gegenpropaganda seitens der Kirche zeigt sich daran, dass verschiedentlich gegebene Anmeldungen zur Jugendweihe zurückgenommen werden.

Zum Beispiel wollten in der Gemeinde Bedheim, [Kreis] Hildburghausen, [Bezirk] Suhl, 15 Jugendliche an der Jugendweihe teilnehmen. Durch die Beeinflussung des Pfarrers, haben zehn ihre Bereitschaft zur Jugendweihe zurückgenommen.

In der Gemeinde Selmsdorf, [Kreis] Grevesmühlen, [Bezirk] Rostock, hatten sich 21 für die Jugendweihe gemeldet und nachdem der Pfarrer erklärt hatte, dass er diejenigen, die zur Jugendweihe gehen nicht konfirmieren wird, meldeten sich fünf wieder ab.

Das gleiche zeigte sich auch im Kreisgebiet Apolda, [Bezirk] Erfurt. Auch dort gingen aufgrund des Einflusses der Kirche die Anmeldungen zur Jugendweihe wieder zurück.

In der 8. Klasse der Fritz-Reuter-Schule in Greifswald, [Bezirk] Rostock, erklärte sich nur ein Schüler bereit, an der Jugendweihe teilnehmen. Daraufhin wurde er von seinen Mitschülern verhöhnt und verlacht. Und die erklärten »Was willst Du denn dort, da wird ja doch nur vom Krieg gesprochen und zu einem Krieg gehetzt«.

Auch in den Kreisen der CDU nimmt man gegen die Jugendweihe Stellung.

Außerdem kommt es vor, besonders unter den Lehrkräften, die Mitglied der CDU sind, dass gegebene Versprechen, an den Vorbereitungen zur Jugendweihe teilzunehmen zurückgenommen werden.

Unter anderem wurde in den vorbereitendem Kreisausschuss Hildburghausen, [Bezirk] Suhl, eine Lehrerin, die Mitglied der CDU ist, gewählt. Sie versprach, aktiv an der Vorbereitung zur Jugendweihe teilzunehmen. Jetzt zog sie ihre Bereitschaft mit der Begründung zurück, dass ihre Partei nicht wünschen, dass die Mitglieder im Ausschuss für Jugendweihe mitarbeiten.

Eine Lehrerin (CDU) aus Torgau, [Bezirk] Leipzig, erklärte sich ebenfalls bereit, im Kreisausschuss der Jugendweihe mitzuarbeiten und aufgrund der feindlichen Haltung der kirchlichen Kreise erklärte sie jetzt, sie könne als Christin nicht gegen die Kirche arbeiten und deshalb nicht Mitglied des Ausschusses für Jugendweihe sein.

In der Dinterschule20in Borna, [Bezirk] Leipzig, weigerten sich vier Lehrer (CDU) die Jugendweihe zu propagieren.

Im Kreis Worbis/Erfurt ist festzustellen, dass alle CDU-Mitglieder, die sich zuerst bereiterklärten, im Ortsausschuss für Jugendweihe tätig zu sein, jetzt ihre Bereitschaft zurückgezogen haben.

Der Kreisvorsitzende des Kreises Worbis äußerte gegenüber dem Ortsvorsitzenden der CDU, dass sie sich auf keinen Fall in einen Ausschuss für Jugendweihe wählen lassen sollen.

In der Geschäftsstelle der CDU in Zeitz, [Bezirk] Halle, erschienen drei Pfarrer und verlangten der Redakteur der Zeitung »Neuer Weg«21 zu sprechen. In einer Aussprache verlangten sie, dass die CDU-Presse, da jetzt unter der Bevölkerung große Unklarheiten betreffs der Jugendweihe herrsche, eine Stellungnahme darüber abgeben soll. Da sie eine christliche Zeitung sei, erwarte man auch eine entsprechende Stellungnahme.

In der Gemeinschaftsschule Quedlinburg, [Bezirk] Halle, fand eine Betriebsgruppenversammlung statt. In der Diskussion über die Jugendweihe konnte festgestellt werden, dass ein großer Teil der Lehrer, die Mitglied unserer Partei sind, sich ungenügend mit diesem Problem beschäftigt haben. Zum Beispiel vertreten der Schulleiter und der Gewerkschaftssekretär die Meinung, dass sie ohne die Anweisung des Schulamtes mit der Werbung für die Jugendweihe nicht beginnen.

Organisierte Feindtätigkeit

Hetzschriftenverteilung

SPD-Ostbüro:22

  • Halle 9 000;

  • Dresden einige.

Inhalt: Hetze gegen die Nationalen Streitkräfte.

Wie aus einem Schreiben des »Evangelischen Hilfswerkes« Goslar, Kornstraße 8 [drei Worte nicht lesbar] einen Pfarrer in Dresden hervorgeht, fordert diese Organisation von den Pfarrern aus der DDR Adressenmaterial, um eine Paketaktion durchzuführen.

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